Zeitung Heute : Seat Tango: Flotter spanischer Tango

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Jugendlich, überraschend, frech, dynamisch und sportlich - diese Eigenschaften sollen den künftigen Auftritt der spanischen VW-Tochter Seat prägen. Und wie ernst es den Seat-Machern mit diesem Ziel ist, zeigen sie auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main Mitte nächsten Monats mit einem ganz besonderem Auto - dem Seat Tango.

Der Seat Tango ist ein frecher zweisitziger Roadster, der sich zwar als Studie präsentiert. Doch wenn das Publikum positiv auf dieses Auto reagiert, dann könnte es im Unterschied zu den früheren Studien wie Bolero, Formula und Salsa schon in rund drei Jahren als Serienmodell von den Bändern rollen und mit einem Preis um die 40 000 DM nicht nur Käufer mit dicken Konten begeistern.

3,69 Meter misst der 1,71 Meter breite Tango in der Länge und 1,18 Meter in der Höhe. Sein Radstand liegt bei 2,20 Meter. Damit ist er eine sehr kurze Variante auf der verkürzten Plattform des VW-Konzerns, die bereits dem Skoda Fabia und dem neuen Volkswagen Polo als Basis dient und die auch Basis für die nächste Generation des Ibiza sein wird.

Vieles an diesem Auto ist allerdings noch nicht serienreif. So hat man sich entschlossen, den Tango ohne Verdeck zu präsentieren und auch ein brauchbarer Gepäckraum ist nicht vorhanden. Denn die beiden Staufächer hinter den Kopfstützen und Überrollbügeln mit ihren maßgeschneiderten ledernen Trolleys und die Schublade im Heck, die das Bordwerkzeug aufnimmt, sind für ein Serienauto nicht akzeptabel. Deshalb rechnet man für den Fall einer Serienfertigung damit, dass man das Auto um rund 20 Zentimeter verlängern müsste, um Platz für einen angemessenen Stauraum und das Dach zu schaffen.

Trotzdem ist die Studie mehr als nur ein Schaustück. Denn sie ist ein rundum fahrfertiges Auto. Das hat unter der Haube den bekannten 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotor, der es auf eine Leistung von 132 kW (180 PS) bringt und bei rund sieben Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km möglich macht. Ein durchaus flottes Auto also, das dank seines Sportfahrwerks mit seinen großen 18-Zoll-Rädern auch hohe Kurvengeschwindigkeiten meistert.

Zudem sorgen moderne elektronische Assistenzsysteme dafür, dass dieses Auto auch dann beherrschbar bleibt, wenn man es einmal etwas überfordern sollte. Dann wird die Fahrdynamikregelung ESP aktiv und bringt das Auto durch individuelles Bremsen einzelner Räder wieder auf Kurs. Auch eine Traktionsregelung und ABS gibt es beim Tango, unter dessen Aluminiumkarosserie sich eine Rohrrahmenkonstruktion verbirgt, die auf der Basis des Sicherheitskäfigs des World Rally Car entwickelt wurde. Und in diese Konstruktion sind unter anderem die sportlichen zwei Sitze des Tango fest integriert. Deshalb lassen sie sich auch nicht verschieben. Um dem Fahrer trotzdem eine sichere Position hinter dem griffigen Tango-Lenkrad zu ermöglichen, werden deshalb sowohl das Lenkrad als auch die Pedale verstellt - letztere sogar elektrisch.

Apropos Linie des Tango, die zahlreiche Elemente jenes Designs enthält, das für die Zukunft von Seat bestimmend sein wird. Wer in der Linie von Motorhaube und Heckpartie mit ihrem eigenwilligen Knick etwaige Anklänge an den Alfa Spider entdeckt, liegt damit gar nicht so falsch. Denn offenbar kann der Seat-Designdirektor Walter de Silva nicht ganz vergessen, dass er dieses sportliche Alfa-Modell geschaffen hat, als er noch für Alfa tätig war.

Mit sehr viel Liebe und Sorgfalt sind bei diesem Auto auch die Scheinwerfer und das gesamte Interieur gestaltet. Die Scheinwerfer mit Xenon-Lampen für Fern- und Abblendlicht folgen jeder Lenkbewegung und passen ihre Helligkeit zudem den aktuellen Lichtverhältnissen an. Eine ganz neue Lösung hat man für die Nebelscheinwerfer gefunden, die als kleine LEDs in die Zierleiste der Kühllufteinlässe integriert sind. Innen gehört neben Leder Aluminium zu den bevorzugten Werkstoffen. Es bildet auch den Abschluss des doppelten Auspuff-Endrohrs, aus dem der Seat Tango einen betont sportlichen Sound entlässt.

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