Zeitung Heute : Sehnsucht nach Beständigkeit

Alte Kunst als Lustgewinn: Zum 11. Mal präsentiert sich die Berliner Ars Nobilis als eine der wichtigsten Messen für Antiquitäten

Geschichte im Fluss. Auf der Ars Nobilis zeigen sich die vergangenen Jahrhunderte von ihrer schönsten Seite – Objekte des Biedermeier verbinden sich mit klassizistischen Skulpturen und barocken Gemälden zu einem Panorama. Foto: Ars Nobilis
Geschichte im Fluss. Auf der Ars Nobilis zeigen sich die vergangenen Jahrhunderte von ihrer schönsten Seite – Objekte des...Foto: Bernd Lammel

Wer sich für Altes interessiert, der muss nicht unbedingt von gestern sein. Die Begeisterung für edle Hölzer und echte Patina, für kunsthistorisch relevante Gemälde und von der Zeit geadelten Stile beweist neben Kennerschaft auch Sinn für die Vergangenheit und damit für die eigenen Wurzeln. Von dieser Lust an der Rückschau lassen sich immer mehr Kunstliebhaber berühren. Das zeigt nicht zuletzt die wachsende Zahl internationaler Messen für Antiquitäten.

Auch die 11. Ars Nobilis in Berlin profitiert von dieser Sehnsucht nach Beständigkeit. Ihre Gemälde, Skulpturen oder Möbel werden jedes Jahr von knapp 35 000 Besuchern in Augenschein genommen. Gefragt ist, was sich als alltagstauglich erweist – und als finanzielle Wertanlage für die Zukunft.

Was man sammelt, gibt der eigene Geschmack vor. Das kann Meissener Porzellan oder antiker Schmuck aus Eisen sein. Silberne Becher aus dem 19. Jahrhundert mit aufwendigen Gravuren bereichern ebenso das Angebot wie skurrile Objekte aus Knochen und Korallen oder herausragende Exempel alter Teppichkunst. All diese Genres sind auf der Ars Nobilis vertreten, die diese Objekte mit höfischen Möbeln, Bildern profanen oder sakralen Inhalts, mit architektonischen Modellen und historischen Stichen kombiniert.

Flankiert wird die Messe wie jedes Jahr von einer Sonderschau, die die Schätze zu einem stimmigen Gesamtbild vereint. Das Thema diesmal ist so menschlich wie zeitlos: „Kunst voller Liebe – Liebe voller Kunst“ mit teils frivolen Gemälden und Skulpturen vom 17. bis in das 20. Jahrhundert.

Ihre Schätze breiten die 41 namhaften Händler aus ganz Deutschland in der Berliner Konzernrepräsentanz von Volkswagen aus, wo die Ars Nobilis seit langem ihre feste Adresse hat. In einem Ambiente, das auf separate Kojen verzichtet und stattdessen ein opulentes Panorama der Kunstgeschichte bietet.

Genauso wichtig ist jedoch die Treue zum Berliner Standort. Trotz der wachsenden Konkurrenz zieht es die Händler immer wieder in die Hauptstadt. Welch ein Gewinn und was für ein Glück. cmx

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!