Zeitung Heute : Self Made Project

Filmen mit digitalen Handkameras ist preiswert. Jetzt wird auch die Nachbearbeitung bezahlbar

Kurt Sagatz

Der Film „Blair Witch Project“ hat die Zuschauer elektrisiert. Die Filmwirtschaft jedoch erlitt durch den Horrorstreifen einen echten Schock. Mit einem Minimalbudget von mehreren zehntausend Dollar entstand ein Film, der an den Kinokassen Millionen einspielte. Das Low-Cost-Flair von „Blair Witch Project“ (läuft am Donnerstag um 20 Uhr 15 auf Pro 7) passte überdies nicht nur zu den begrenzten finanziellen Mitteln der Macher, sondern auch zur Handlung: Erzählt wird, wie drei Studenten einen Dokumentarfilm über Hexenlegenden erstellen wollen – und was ihnen dabei widerfährt.

Die Kosten für digitale Handkameras fallen heute kaum noch ins Gewicht. Und auch die Nachbearbeitung, die früher ein teures Studio-Equipment voraussetzte, erfordert kaum mehr als einen etwas modifizierten Standard-Computer. Und natürlich eine entsprechende Software. Auch hier werden die Unterschiede zwischen den Amateur-Programmen und den professionellen Werkzeugen immer geringer, wie die neue Version des Programmpakets „Video deLuxe 2.0“ der Berliner Multimedia-Experten Magix zeigt.

Das Programm wird in zwei Versionen angeboten. Die Standard-Version, die für die meisten Hobby-Filmer ausreicht, kostet knapp 60 Euro. Die Plus-Version mit seinen zahlreichen geldwerten Ergänzungen kommt auf knapp 100 Euro.

Bereits in der Standardausgabe unterstützt das Programm den Filmemacher bei allen Schritten von der Erfassung des Materials in nahezu allen nur denkbaren analogen und digitalen Formaten (von VHS bis zu Firewire) über die komplette Bearbeitung und Nachbereitung bis hin zur Ausgabe als Videosignal, als CD/DVD oder für das Internet.

Das Besondere an Magix „Video deLuxe“ ist, dass sich die Möglichkeiten des Programms an den Kenntnisstand des Nutzers anpassen. Wer es einfach mag, arbeitet im Story-Board-Modus. Direkt bei der Erfassung lässt sich der Film über die automatische Schnitterkennung in verschiedene Szenen unterteilen, die einfach mit der Maus in die richtige Reihenfolge gezogen werden. Die Platzhalter für die einzelnen Szenen zeigen das erste Bild der Sequenz. Damit die umfangreichen Funktionen auf die jeweiligen Szenen angewendet werden können, werden einfach nur die Eigenschaften der jeweiligen Platzhalter angepasst. Auf einfache Weise lassen sich so Überblendeffekte, Titel oder die Hintergrundmusik hinzufügen oder der Bildstabilisator und die Restaurierungsfunktion auf die Szene anwenden.

Den vollen Leistungsumfang der Software erschließt jedoch erst der Zeitleisten-Modus, in dem sämtliche Audio- und Video-Elemente entsprechend ihrer tatsächlichen Länge auf bis zu 32 Spuren (Plus-Version) zur Bearbeitung aufgeführt werden. Hier nun lassen sich alle Funktionen – auch der Umgang mit Blue-Box- oder Green-Box- Techniken sowie mit Masken oder Zeitfunktionen gehört dazu – bildgenau einsetzen. Per Zoom befindet sich immer der gerade benötigte Ausschnitt im Bearbeitungsfenster. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen, jeder Effekt erzielt durch diese Feinabstimmung genau die gewünschte Wirkung.

Die langjährige Erfahrung von Magix im Musikbereich wird zudem durch die vielfältigen Audio-Bearbeitungstools deutlich. So etwas wie den im Plus-Paket enthaltenen Geräusch-Synthesizer – hiermit lassen sich unter anderem Wetter- oder Verkehrsgeräusche individuell konfigurieren – hat es bei Programmen dieser Preiskategorie zuvor nicht gegeben. Auch wenn es nicht gleich ein Kinofilm wie „Blair Witch Project“ sein muss, mit Programmen wie „Video deLuxe“ wird die Herstellung ansprechender Amateur-Filme jedenfalls wieder ein Stück einfacher.

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