Zeitung Heute : Senioren: Geförderte Weiterbildung ohne Alterseinschränkung

Marie Wildermann

Bis zum welchem Alter eine Weiterbildung für einen Arbeitsuchenden vom Arbeitsamt gefördert wird, ist gesetzlich nicht festgeschrieben. Es gibt Fälle, sagt Klaus Pohl vom Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg, "da macht eine Weiterbildung sogar für einen 55-Jährigen Sinn." Dann etwa, wenn jemand als IT-Fachkraft gearbeitet habe und ihm lediglich die Kenntnis entsprechender neuer Software fehlt. Grundsätzlich gilt beim Arbeitsamt: Eine Weiterbildung wird dann genehmigt, "wenn sie voraussichtlich die Chancen auf die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt beträchtlich erhöht." Wie aber stehen die Chancen tatsächlich, wenn unter "älter" inzwischen alles fällt, was jenseits der 40 ist?

Beim Berliner Weiterbildungsinstitut Cimdata etwa war im jüngsten Kurs jeder dritte Absolvent über 40. Doch gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz bieten sich diesen Technikern, Maschinenbauern und Informatikern nur, wenn sie sich überregional orientieren. Die Flaute in der IT-Branche hat auch bei vielen älteren Arbeitslosen die Überlegung angestoßen, sich nach einer einer Weiterbildung selbstständig zu machen. Arbeitsamtssprecher Klaus Pohl hat mit diesen Unternehmensgründern gute Erfahrungen gemacht. Sie seien vorsichtiger und könnten Risiken oft besser einschätzen als die Jüngeren.

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