Zeitung Heute : SFB hat moderne Technik

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Betrifft: Der Artikel „Von Berlin nach RIO" auf der Medienseite der Tagesspiegelausgabe vom 5. Mai 2002

„Der SFB wirkt wie der letzte real existierende sozialistische Betrieb", schreiben Sie in der Überschrift zu Ihrem Artikel. Wie man später lesen kann, zitieren Sie dabei „einen vom ORB", der „da reingeht", um sein „Überspiel" vom Pförtner abzuholen!

Ich bin nunmehr seit zwei Jahren ein so genannter Versorgungsempfänger und hatte 35 Jahre lang Gelegenheit, den angesprochenen „Mief" zu erleben. Ich war gerne Mitarbeiter des Sender Freies Berlin und erinnere mich mit positiven Gedanken an meine aktive Zeit. Ich half mit bei der Modernisierung der veralteten Technik und weiß, dass sich diese keinesfalls vor der der anderen ARD- Anstalten verstecken muss.

Im übrigen werden heute „Überspiele" nicht mehr „auf Band" gespeichert, sondern auf Datenleitung übertragen. Beim Fernsehen gibt es noch Kassetten, die im Zwischenarchiv zur Abholung bereitstehen und nicht beim Pförtner.

Zum Tarifgefüge: „Die nächste Vision war der Rosenbauer-Sozialpakt. Wer beim ORB arbeitet, verdient nämlich weniger als beim SFB. So was erschwert Fusionen. Ist doch ganz einfach, überlegte Rosenbauer, die SFB-Leute geben ein wenig ab, die ORB-Leute bekommen was dazu, und alle sind zufrieden." Diese Äußerung ist populistisch: Der ORB übernahm bei der Gründung den SFB- Tarifvertrag. Allerdings mit dem damals üblichen Abschlag für Beschäftigte in den neuen Ländern. Von Jahr zu Jahr erfolgte ein Abbau dieser Abschläge.

Zu : „Beim Ex-Frontstadtsender überwiegt die Kränkung." Beim SFB gibt es seit Jahren Arbeitsgruppen in allen Bereichen zur Vorbereitung der Fusion. Die Bezeichnung „Ex-Frontstadtsender" stammt aus der Zeit des kalten Krieges und stand häufig im „Neuen Deutschland“. Die Bewohner der DDR waren froh, die Berichte des „Frontstadtsenders", wenn auch lange Zeit unter Gefahren und Repressionen, hören und sehen zu können.

Gabor Bencze, Berlin-Hermsdorf

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