Zeitung Heute : Shawne, schön bist du

Der Tagesspiegel

Alles nur inszeniert, und zwar schlecht. Als „fabrizierten“ Unsinn weist Thomas Borer Berichte zurück, er empfange nächtens Damenbesuch in seiner Botschaft. Nicht besser seien die angeblichen Beweise: die Videoaufzeichnungen des benachbarten Kanzleramts. Jeder könne sich erst nachts um 0.40 Uhr vor der Botschaft aufzeichnen lassen und eine Stunde später nochmal. Aber das heiße doch nicht, dass die Person auf den Bildern in der Zwischenzeit in der Botschaft gewesen sei, sagte Borer gestern. Er selber sei dagegen auf den Beweisfotos überhaupt nicht drauf. Absurd, an den Haaren herbeigezogen. Die Tirade nimmt schier kein Ende.

Dabei ist das Diplomatenpaar Kummer gewohnt: Es ist nicht das erste Mal, dass sich Shawne und Thomas Borer-Fielding in den Schlagzeilen der eidgenössischen Boulevardpresse wiederfinden. Zuletzt löste Shawnes Fotoserie als „Cowgirl von der Alm“ für die Illustierte „Max“ ein Rauschen im schweizerischen Blätterwald aus. Shawne Borer-Fielding gab sich reuig und erklärte, nicht mehr öffentlichkeitswirksam auftreten zu wollen. Als Beweis dafür wollte sie an der feierlichen Eröffnung der schweizerischen Botschaft in Berlin nicht teilnehmen. Das wiederum fand das Außenministerium in Bern nicht adäquat. Sie war also dabei und nutzte wiederum die Botschaftseröffnung für eine neue Inszenierung: Die Führungen durchs Haus (live begleitet von den Kameras des SFB) führten auch an den Gemächern des Botschafterpaares vorbei. Eine Jungmänner-A-cappella-Combo trat auf den Flur und intonierte: „Shawne, schön bist du“.

Das Botschafterpaar als öffentliche Inszenierung: Shawne Borer mit engem rotem Kleid und weißem Kreuz auf der Brust Unter den Linden, um am Schweizer Nationalfeiertag Mahlzeiten für Passanten auszugeben. Wiederum sie, sitzend auf den Knien von „Scorpions“-Frontmann Klaus Meine, und der erzürnte Botschafter, der sich in einer Talkshow abfällig über das Sexualleben Meines äußert, um sich wenig später, ebenso öffentlichkeitswirksam, bei ihm zu entschuldigen. Einen Aufschrei des Entsetzens ob des etwaig unschicklichen Verhaltens des Botschafterpaares hat es bis heute nicht gegeben–weder in Berlin, noch in Bern. ari/oew

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