Zeitung Heute : Sich schön machen

Kijí hat Kleidung für Frauen mit Blick fürs Besondere

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„Muss es denn so streng sein?“, fragt Katrin Griep und mustert den klassischen anthrazitfarbenen Blazer ihres Gegenübers. In ihrem kleinen Geschäft „Kijí“ – auf Japanisch: das Besondere, das Feine, der Fasan –, gehören Blazer nicht zum Sortiment. Dafür bietet das Hauslabel asiatisch anmutende Jacken mit hohen, kleidsamen Kragen, leicht ausgestelltem Schnitt und weicher Passform. Solche Jacken tragen sich wie Pullover, wirken aber eleganter.

Besonders wichtig ist Katrin Griep bei allen Kleidungsstücken, die sie verkauft, das Material. Das gilt für ihr Label ebenso wie für Willi´s Hamburg, Clemente und alle anderen Marken. „Ein schöner Stoff ist mein Traum“, sagt sie – ob steife Dupionseide in kräftigem Rot, Gold oder Bordeaux, ob Mikrofaser, die wirkt wie Wolle, ob besticktes, gecrashtes, plissiertes Material.

In den letzten Saisons wurde auch bei Kundinnen mit größeren Größen der Wunsch laut, kürzere, leicht taillierte Jacken zu tragen: „Die Frauen wollen sich nicht mehr mit solchen Stoffmassen umgeben.“ Dem entsprechend gibt es bei Kijí weniger wallende Kleidung und mehr Körperbetontes. Zu den weich fallenden Hosen, den Oberteilen, Röcken und Mänteln kommen Schuhe und extravagante Schals, mit denen sich ein ganzes Outfit verändern lässt, knallbunte Filztaschen, Schmuck und eine kleine Strickkollektion, deren Teile passend angefertigt werden können.

„Sich schön machen – das tun heute viele nicht mehr“ sagt Katrin Griep. Bei Kijí schon – und zwar auch ältere Frauen, für die in der Modebranche wenig getan wird. Dort kann man ohne Hetze und Hintergrundgedudel auswählen – in Ruhe und mit sorgfältiger Beratung. S.N.

Kijí, Fasanenstr. 61 (Wilmersdorf)

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