Zeitung Heute : Sicherheit wird in Berlin weiterhin groß geschrieben

Der Tagesspiegel

Die blutigen Anschläge in Israel und die Eskalation der Gewalt haben sich auf die Sicherheitsvorkehrungen für die israelischen und amerikanischer Einrichtungen in Berlin bisher nicht sichtbar ausgewirkt. Nach Auskunft der Polizei sind die Sicherheitsstandards nach wie vor hoch. Noch am 11. September waren vor allem die Amerikanische Botschaft sowie amerikanische und israelische Kultureinrichtungen wie Festungen gesichert worden. Um die amerikanische Botschaft in Mitte wurde inzwischen ein über mannshoher Eisenzaun gezogen.

Die rot-weißen mit Stacheldraht verstärkten Gitter um das Gebäude an der Neustädtischen Kirchstraße wurden weitgehend abgebaut. Allerdings ist die Straße bereits ab Unter den Linden für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt. Wortkarge Bundesgrenzschutzbeamte (BGS) unterstützen die Berliner Polizei und sichern die Absperrung. Die Berliner Polizisten stehen dieses Mal in der zweiten Reihe. Nahe dem Botschaftsgebäude steht ein gepanzertes BGS-Fahrzeug; es soll ein gewaltsames Eindringen unmöglich machen. Die Tiefgarage eines anliegenden Hotels sei für Hotelgäste und Parkplatzmieter zugänglich, hieß es von der Polizei. Allerdings seien auch dort regelmäßig Streifenpolizisten unterwegs.

An der Synagoge an der Oranienburger Straße wachen Polizisten über die Sicherheit. Außer mit ihren Dienstpistolen sind vereinzelte Wächter auch mit Maschinenpistolen bewaffnet. In unregelmäßigen Abständen - je nach Weisung - werde die Synagoge zusätzlich von einem gepanzerten Räumfahrzeug der Polizei gesichert, sagte einer der Polizisten.

Der Gehweg ist wiederum mit weiß-roten Gittern gesperrt, Passanten müssen über ein für Fußgänger abgetrenntes Stück der Straße gehen. Auch diese Sicherheitsvorkehrungen sind nicht neu; sie bestehen schon seit Monaten. Nach wie vor können Besucher und Gläubige problemlos durch einen Spalt in den Sperrgittern zum Haupteingang der Synagoge gelangen. Dort finden dann weitere Sicherheitsüberprüfungen statt.

Auch an der Israelischen Botschaft an der Auguste-Viktoria-Straße in Grunewald ist keine Veränderung der bisher bestehenden Sicherheitsvorkehrungen zu erkennen. Ohnehin ist der Neubau durch einen hohen Eisenzaun vor ungebetenen Besuchern gesschützt. Garten und Straße werden mit Videokameras überwacht, die in kurzen Abständen montiert worden sind.

Zwei Wachpolizisten laufen außerhalb des Zauns Streife und sichern die Botschaft von der Straße aus. Einer der Aufpasser deutete gestern vorsichtig ein, dass sich in den vergangenen Tagen an den Sicherheitsvorkehrungen sehr wohl etwas geändert habe. Aber was dies sei, wollte er nicht sagen. Er zuckte auf die Frage bedauernd mit den Achseln: Er habe keine Befugnis, sich darüber zu äußern. weso

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