Zeitung Heute : Sicherheitsexperten der G8-Staaten wollen gemeinsame Strategie erarbeiten

Eine Bit-Polizei werden sie wohl noch nicht einsetzen, aber das Thema Cyber-Kriminalität - nach der Attacke des Computervirus "I love you" - beschäftigt die Sicherheitsexperten der G8-Staaten. Vertreter der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands wollen in Paris von Montag an eine gemeinsame Strategie gegen Computersabotage erarbeiten.

Der Liebesbrief-Virus hatte weltweit rund 33 Milliarden Mark Schäden in Computernetzwerken von Firmen und Behörden angerichtet. Der oder die Verursacher laufen noch frei herum. Auf den Philippinen, wo es kein ausdrückliches Gesetz gegen Computersabotage gibt, nahmen die Ermittler einen studentischen Club von Computer-Hackern namens "Grammersoft" ins Visier. Mitglieder der Hacker-Gruppe in Manila seien "Zielscheiben" der Ermittler, sagte der stellvertretende Leiter der Ermittlungsbehörde (NBI), Carlos Caabay, am Freitag. Unklar bleibt weiter, wer als Hauptverdächtiger gilt. Der 27-jährige Bankangestellte Reomel Ramones war Anfang der Woche in Manila festgenommen worden, kam aber aus Mangel an Beweisen wieder frei. Der 23-jährige, ehemalige Informatikstudent Onel de Guzman, der Bruder von Ramones Freundin, hatte an diesem Donnerstag nicht ausgeschlossen, dass er den E-Mail-Virus selbst ausgelöst haben könnte. Die Computerfreaks schreiben nach Guzmans Angaben gegen Bezahlung Diplomarbeiten für andere Studenten im Umfeld des AMA Computer College. Guzman hatte dort studiert und seine Diplomarbeit über ein Zerstörungsprogramm geschrieben, das nach seinen Angaben dem "Loveletter"-Virus ähnelt. Die Arbeit war als "illegal" abgelehnt worden.

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