Zeitung Heute : Sicherheitslücke in Ministeriums-Rechner

Durch eine Hintertür im Computersystem des Bundesjustizministeriums konnten Internet-Nutzer vorübergehend unbemerkt Dateien auf dem Internet-Rechner des Ministeriums speichern. Das berichteten am Donnerstag das Internet-Magazin "onlinekosten.de" und die Mainzer Computerfirma Erodata. Danach war es zeitweise für jeden Computerbesitzer mit Internetzugang möglich, auch illegale Dateien auf den Server zu spielen und diese für andere Nutzer zum Herunterladen bereitzustellen. Das Ministerium reagierte sofort und sperrte den Server für unberechtigte Zugänge von außen.

Christoph Berger von der Passauer intergenia GmbH sprach von einer gravierenden Sicherheitslücke. Im Internet gebe es eine Szene, die stets auf der Suche nach Adressen sei, die man zumindest für wenige Tage zum anonymen Tausch illegaler Dateien nutzen könne. Dies gelte zum Beispiel für so genannte MP3-Dateien mit verbotenen Kopien von Musikstücken, die derzeit massenhaft durch das Internet schwirren. intergenia vermarktet "onlinekosten.de".

Das Online-Magazin belegte die Lücke durch die Ablage einer harmlosen Textdatei, die bis Donnerstagmittag von jedermann unter der Adresse ftp://www.bundesjustizministerium.de/sicher.txt abgerufen werden konnte. Ein Sprecher des Ministerium bedankte sich ausdrücklich, dass das Haus auf die Schwachstelle hingewiesen worden sei. Er forderte alle Internet-Surfer auf, Behörden und andere Betreiber von Internet-Angeboten auf mögliche Schwachstellen aufmerksam zu machen.

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