Zeitung Heute : „Sie hat Geschichtsklitterungen gebracht“

Richard Schröder, Professor für Theologie und Sozialdemokrat

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„Wir, die PDS-Mitglieder, brauchen sie, weil sie unser Milieu ist, ein Stück DDR nach ihrem Untergang. Sollen sie haben. Wir, die Ostdeutschen, die sich noch heute über das Ende der SED-Herrschaft freuen, weil sie unter ihr zu leiden hatten, brauchen die PDS nicht. Aber dass es sie gibt, beweist: Wir gehen nicht so mit euch um, wie ihr mit uns. Kein Verbot, kein Knast. Gut, dass dieser Beweis geführt worden ist. Wir, die Demokraten, fragen nicht, ob wir die PDS brauchen, sondern respektieren den Wählerwillen. Was hat die PDS gebracht? Geschichtsklitterungen: „Der Westen hat unsere Eliten verdrängt, um für westliches Mittelmaß Platz zu machen“ – es war aber kein Westdeutscher in Sicht, als 1989 Schulleiter, Bürgermeister, Betriebsdirektoren abgesetzt wurden. „Wir sind vom Westen kolonisiert worden“ – es war aber die DDR-Bevölkerung, die die Volkskammer drängte: beschließt endlich Beitritt! Also gar kein gutes Haar an der PDS? Doch, eines: Sie hat notgedrungen ihre Mitglieder in die Demokratie geführt. Wir können sie also sogar mit ein bisschen Dankbarkeit verabschieden.“

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