Zeitung Heute : Siemens prüft Klagen gegen alte Führung

Berlin - Die frühere Siemens-Führung muss sich auf juristische Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen einstellen. Das für Korruptionsbekämpfung und Rechtsfragen zuständige Vorstandsmitglied Peter Solmssen unterstrich in einem Tagesspiegel-Interview, dass der Industriekonzern seine Rechte wahrnehmen werde. „Das kann auch Strafanzeigen oder Zivilklagen einschließen. Eines ist sicher: Wo es Schadenersatzansprüche geben könnte, werden wir sie konsequent verfolgen.“

Zur Rolle des langjährigen Vorstandschefs Heinrich von Pierer wollte sich Solmssen nicht äußern, stellte aber klar, dass der Konzern seine Interessen „ohne Ansehen der Person“ wahren werde. Bisher hat die Staatsanwaltschaft keinen Anfangsverdacht, dass der einstige „Mr. Siemens“ nach 1999 in das System der schwarzen Kassen eingeweiht war. Der „Spiegel“ berichtet in seiner neuen Ausgabe allerdings, es seien Aktenvermerke aufgetaucht, die diesen Verdacht nahelegten. Ende Mai beginnt der erste Prozess in der Siemens-Schmiergeldaffäre: Ein geständiger Manager muss sich wegen Untreue vor dem Landgericht München verantworten. Pierer ist als Zeuge geladen.

Dagegen rechnet Siemens nicht mit einem schnellen Ende der Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC, die zu einer Milliardenstrafe führen können. „Das kann noch lange dauern“, sagte Solmssen. Er zeigte sich aber zuversichtlich, was den Ausgang des Verfahrens angeht. „Mein Gefühl ist, dass unser Vorgehen auch bei der SEC gut ankommt“, sagte der US-Manager, der vor einem halben Jahr in den Vorstand einzog. „Wir haben eine sehr gute Story, wir haben sehr viel richtig gemacht. Wir kriegen keine Noten, aber die Stimmung ist gut.“ mod

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