Zeitung Heute : Siemens: Roßkur zeigt Wirkung

HANNOVER (dw).Das im vergangenen Sommer beschlossene Zehn-Punkte-Programm zur Sanierung des Siemens-Konzerns zeigt erste Erfolge.Wie Volker Jung, Mitglied des Zentralvorstandes der Siemens AG am Donnerstag in Hannover mitteilte, schreibt etwa der früher angeschlagene Bereich Mobiltelefone wieder schwarze Zahlen: "Wir haben den Turnaround geschafft", erklärte Jung.Auch in anderen Teilen des Siemens-Arbeitsgebietes "Information and Communication" (I + C) mache der Umbau erfreuliche Fortschritte.Verkauft werden solle der Bereich Nachrichtenkupferkabel, der zur Zeit mit rund 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 350 Mill.DM erwirtschaftet.

Siemens war durch die einseitige Ausrichtung auf qualitativ hochwertige und dadurch teure Mobiltelefone im vergangenen Jahr in erhebliche Absatzschwierigkeiten gerutscht.Nach dem Turnaround entwickele sich das neue, seit Februar produzierte Handy-Modell C 25 zu einem echten "Renner", so Jung: "Die Produktion unseres Werkes ist auf mehrere Monate im voraus ausverkauft." Einen ähnlichen Erfolg erwarte man auch von dem Modell S 25, das den Internet-Zugang ermöglicht und von Siemens erstmals auf der Cebit präsentiert wird.

Der im Oktober vergangenen Jahres neuformierte Siemensbereich I + C mit 110 000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatzvolumen von 50 Mrd.DM zeigt insgesamt eine höhere Schlagkraft.Nach den Angaben Jungs hat das Arbeitsgebiet in den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres mit einem Umsatzvolumen von 18 Mrd.DM (17,2 Mrd.) und einem Auftragseingang von 19,4 Mrd.DM (19,2 Mrd.DM) die Werte des Vorjahreszeitraums übertroffen.

Doch ist der Umbau des I + C-Bereichs noch nicht abgeschlossen.Auf der Cebit gab der Siemens-Vorstand die Übernahme des amerikanischen Internet-Spezialisten Restone Communications bekannt.Das im Herbst 1997 gegründete Unternehmen gehört zu den führenden Entwicklern moderner Routing-Technologie, die Internet-Anbieter für den Anschluß von Teilnehmern benötigen.Siemens zeigt mit dieser Übernahme erneut Interesse an einem Schwerpunkt Internet-Technologie, nachdem der Konzern erst in der Vorwoche das US-Unternehmen Unisphere Solutions gekauft hatte.Zudem kündigte Jung an, die Smart-Card-Aktivitäten des Siemens-Konzerns, noch 1999 in eine eigenständige Gesellschaft auszugliedern.Smart-Cards werden vor allem für Sicherheitssysteme verwendet.

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