Zeitung Heute : Silberscheiben hausgemacht

KLAUS ANGERMANN

Mal ehrlich: Wem gingen nicht schon mal die verstaubten Fotoalben im Regal auf die Nerven? Wen stört nicht auf der Lieblings-CD der ein oder andere Titel? Oder wer hat sich nicht nach dem x-ten Rechnerabsturz mit Datenverlust geärgert, weil keine aktuelle Datensicherung existiert? Dabei ist die Abhilfe einfach und mittlerweile auch bezahlbar: CD-Brenner und Rohlinge sind auch für den Privatanwender längst erschwinglich.

Außer dem Brenner braucht es die entsprechende Software.Beim Kauf des Geräts gibt es diese in der Regel zwar gleich hinzu, hat man aber keinen Einfluß auf die Wahl der Software.Es kommt vor, daß die beigefügten Programme nicht mehr die neueste oder nur eine eingeschränkte Version darstellen und aktualisiert werden müssen.

Eines der meistverkauften Brenner-Programme ist das "WinOnCD" von CeQuadrat ( www.cequadrat.com ) für 149 Mark.In der "Power Edition" ist ein über 200 Seiten starkes Handbuch mitgeliefert, das umfassende Infos zu den Funktionen sowie zu den Grundlagen gibt.WinOnCD ist ein echter Tausendsassa: Von der bootfähigen CD über die Bearbeitung von Audio-CDs bis hin zum Brennen von Videofilmen ist alles möglich.Das Brennen per "drag and drop" ist geradezu narrensicher.Gewünschte Daten müssen lediglich von einem Explorer-Fenster in das Brennmenü heruntergezogen werden, wo sie dann gegebenenfalls weiterverarbeitet und anschließend gebrannt werden können.Wie bei den meisten Brennprogrammen kann vor der eigentlichen Kopie ein Testdurchlauf gemacht werden, auf den allerdings bei keiner Software hundertprozentiger Verlaß ist.

Ebenfalls häufig mit dem Brenner mitgeliefert wird der "Easy CD Creator" von Adaptec ( www.adaptec.com ).In der aktuellen Version für 180 Mark läßt der Funktionsumfang kaum Wünsche offen: Die verschiedenen Module "Picture"-, "Sound"- und "Video-Creator" sorgen für eine perfekte Aufbereitung der Daten.Dazu gibt es einen "CD Spin Doctor", mit dem über ein mitgeliefertes Kabel auch analoge Tonquellen wie ein Schallplattenspieler zum Kopieren benutzen werden können.Zusätzlich können mit diesem Tool die Sounddateien weiter bearbeitet werden.Wie bei WinOnCD wird ein sehr gutes Handbuch mitgeliefert.

Anspruchsvolles CD-Recording ist auch mit dem "CD-Wizard Gold" von VOB ( www.vob.de ) möglich (für 299 Mark).Dafür gibt es durch die "Multi-Copy"-Funktion eine Möglichkeit, einen etwaigen Schreibschutz zu überlisten.Für den Audiofreak sind die vielfältigen Bearbeitungsfunktionen der Audiodaten interessant, der Internet-Surfer freut sich über das Zusatztool namens "Web-Xtensions", mit dessen Hilfe sich Inhalte aus dem WWW direkt auf CD brennen lassen.Dafür sucht man vergebens die Videobearbeitungsmöglichkeiten wie bei WinOnCD oder bei Easy CD Creator.

Viele CD-Brenner werden mit der Software "Nero" von Ahead Software ( www.ahead.de ) verkauft.In der Version 4.0 wird mit vielfältigen Funktionen nicht gegeizt.So ist das Anlegen von Boot-CDs genauso einfach, wie das Bearbeiten von Audiodaten.Außerdem erlaubt Nero das "Überbrennen" von CDs: Damit können normale Rohlinge auch etwas mehr als 650 MB Daten brennen, vorausgesetzt, der Recorder unterstützt diese Funktion.Das Überbrennen ist allerdings nur etwas für experimentierfreudige Anwender, da bei jedem Rohling die Kapazitätsgrenze woanders liegt.Ansonsten unterstützt Nero die meisten Standards und ist mit 99 Mark eines der preisgünstigsten dieser Programme.

Etwas spartanischer ist der "CD-Writer" von RSJ Software ( www.rsj.de ), der 190 Mark kostet und aus einer Diskette sowie einem kleinen Handbuch besteht.Gegenüber der Konkurrenz müssen bei ihm Abstriche in Sachen Bedienungsfreundlichkeit und der unterstützten Standards gemacht werden, auch fehlen Editiermöglichkeiten von Audiotracks.Angesichts des hohen Preises ist der Funktionsumfang etwas mager geraten.Trotzdem lassen sich mit ihm problemlos Daten- und Audio-CDs brennen.

Systemvoraussetzung: Alle Programme ab 486er PC mit 16 MB RAM, Windows 3.11 (Nero) oder Win95/98/NT4 (RSJ auch als OS/2-Version)



Rohlinge

Die riesige Auswahl der CD-Rohlinge mit Preisen zwischen zwei und zehn Mark ist verwirrend.Das heißt, daß grüne CDs (man erkennt die Farbe, wenn man die CD umdreht) von minderwertigerer Qualität, blaue und goldene Rohlinge hingegen besonders für die anspruchsvolle Audio-Kopie geeignet sein sollen.Die Aussagen über die Farbe und Qualität kann man aber nicht pauschalisieren.Der Kunde muß entweder mehr Geld für ein Qualitäts-Produkt mit höheren Fertigungsstandards ausgeben, oder bei no-name-CDs verschiedene Marken ausprobieren.Ein Standard-Rohling hat eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren, bis seine Aluminiumbeschichtung oxidiert und unlesbar wird.Es gibt aber auch Medien, die fast zehnmal solange halten.Rohlinge haben eine Kapazität von 650 MB, was circa 74 Minuten Musik entspricht.Manchmal ist eine Musik-CD auch ein wenig länger.Auf dem Markt existieren für diesen Fall etwas teurere 700 MB-Medien (80 Minuten), die allerdings nicht unbedingt von jedem Laufwerk und jeder Software unterstützt werden.Neben den CD-R-Rohlingen gibt es auch wiederbeschreibbare CD-RW-Medien (RW = Read/Write): Diese CDs lassen sich mit einem RW-Brenner mehrfach beschreiben.CD-RW-Rohlinge liegen mit Preisen zwischen 6 und 15 Mark über den CD-R-Rohlingen.

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