Zeitung Heute : Silent Movies

Trailer, virtuelle Räume, Hintergrund-Infos – kein Film läuft im Netz ohne Media Player, Real One oder Quicktime an

Kurt Sagatz

Schade eigentlich: Der Trailer zu „Matrix Revolutions“ sieht fantastisch aus – das Bild gestochen scharf, fast wie von DVD. Doch leider fehlt der Ton. Erst nach einigen gescheiterten Versuchen mit der Windows-Systemsteuerung wird klar: Der Quicktime-Player ist nicht auf dem neuesten Stand.

Wer die multimedialen Inhalte des Internets auf dem eigenen Rechner genießen will, muss entsprechende Zusatzprogramme installieren. Das ist den meisten Internet-Nutzern auch bekannt. Die gängigsten Vertreter sind der Media Player von Microsoft, das Programmpaket Real One von Real Networks und Quicktime von Apple. Allerdings hat das Tempo, mit dem die Software-Hersteller ihre Produkte runderneuern, stark zugenommen. Sich einmal ein solches Programm aus dem Internet zu laden oder von einer CD einer Computerzeitschrift auf den Rechner zu kopieren, reicht heute nicht mehr aus. Wer nicht mindestens zweimal jährlich nach neuen Versionen von Quicktime & Co. Ausschau hält, kann die schicken Filmtrailer, virtuellen Umgebungen und vielen Hintergrundinformationen nicht mehr darstellen.

Der Update-Wettlauf von Microsoft, Apple und Real Networks hat verschiedene Gründe: Verbesserte Komprimierungstechnologien sorgen dafür, dass die Qualität der Multimedia-Inhalte selbst dann immer besser wird, wenn der Internet-Nutzer mit seinem Computer nicht an einer schnellen DSL-Leitung hängt. Daneben versuchen die Software-Firmen, mit ihren Programmen die Vielfalt von Zusatzgeräten wie MP3-Playern und Formaten abzudecken. Direkt aus dem Media Player lassen sich Stücke einfach auf das externe Gerät übertragen und mit der neuen Version des Real-Paketes können CDs direkt gebrannt werden. Zudem macht der geänderte Urheberrechtsschutz Udpates notwendig, die das so genannte Digital Rights Management unterstützen.

So sinnvoll die ständigen Neuerungen sind, den Internet-Nutzer lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Ein Media Player der Version 6 ist ebenso überholt wie Quicktime 4.0 oder ein Real-Player aus der alten 7er-Reihe. Denn der Media Player ist bei 9.0 angekommen, Quicktime existiert als 6.4-Version, und Real One ist bei 2.0 angelangt. Welche Version auf dem eigenen Rechner installiert ist, erfährt man, wenn man unter dem Menüpunkt „Hilfe“ auf die Buttons „Info“ oder „Über Quicktime“ beziehungsweise „Info zu Real Player One“ klickt.

Beim Download der neuen Versionen gibt es allerdings einiges zu beachten. Die meisten Pakete haben inzwischen eine Größe von rund zehn Megabyte erreicht. Ohne DSL wird das Herunterladen fast genauso teuer, als wenn man ein Computermagazin kauft, das den Player auf die Heft-CD gepackt hat. Bei Real One gibt es zudem neben der kostenlosen Version noch eine zweite kostenpflichtige. Zum Abspielen multimedialer Internet-Inhalte lohnt sich der Kauf allerdings nicht. Bei der Installation sollte zudem darauf geachtet werden, dass sich das Programm nicht selbst zu viele Rechte gibt. Vor allem Media Player und Real One neigen dazu, alle Medienformate für sich zu beanspruchen. Wer aber möchte, dass weiterhin der favorisierte MP3-Player oder das teuer gekaufte DVD-Programm automatisch anläuft, sollte deshalb die benutzergesteuerte Installation wählen.

Updates unter:

www.apple.com /quicktime

http://germany.real.com

http://windowsupdate.microsoft.com

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