SILVIO BERLUSCONI : Unterstützung für Mubarak

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi pflegt zu Familie Mubarak eine ganz besondere Beziehung. Seit Wochen plagt sich Berlusconi mit Vorwürfen, er habe eine Affäre mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt. Von regelrechten Sex-Partys ist die Rede. Im Mittelpunkt: Karima el Mahroug, mittlerweile besser bekannt als „Ruby“. Sie soll zu Berlusconis beliebtesten Gespielinnen gezählt haben. Laut Protokollen der Staatsanwaltschaft soll Berlusconi in einer Mainacht 2010 beim Mailänder Polizeipräsidenten angerufen haben, um die wegen eines Diebstahls festgenommene „Ruby“ freizupressen. Seine Begründung war, natürlich, politischer Natur. Er wies den Polizeipräsidenten darauf hin, dass es sich bei der Festgenommenen um eine Nichte des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak handele. Der Vater des Mädchens bestreitet das zwar, Berlusconi kümmert es wenig. Er begründet den nächtlichen Anruf beim Polizeipräsidenten mit den Worten: „Ich bin ein Mann mit Herz; ich helfe denen, die es nötig haben.“ Und jetzt hat es ein anderer aus der Familie Mubarak nötig: Hosni Mubarak höchstpersönlich. Seit Tagen rebelliert sein Land gegen ihn und seine Regentschaft. Zeit für Berlusconi, zu handeln. Deshalb hat er den ägyptischen Staatschef am Rande des EU-Gipfels als klugen Mann gewürdigt. „Ich hoffe, dass die Regierung weiterbestehen kann“, sagte Berlusconi. Ägypten solle sich hin zu einer Demokratie entwickeln, ohne mit Mubarak zu brechen. Eine Geste der Wiedergutmachung? Oder ein Signal an seine eigenen Landsleute: So wie die Ägypter sollte man mit langjährigen Machthabern nicht umgehen. ctr

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