Zeitung Heute : Sind Ärzte und Kliniken stärker beschäftigt?

Bisher sei der Andrang durch Hitzegeschädigte überschaubar, sagt der Notfallmediziner Marko Böhm von der Berliner Charité. Vier bis fünf zusätzliche Fälle pro Tag, mehr nicht. Für das heiße Wochenende habe man aber „vermehrt Flüssigkeit geordert“ und auch Infusionsvorräte angelegt. Das Hauptproblem sei erfahrungsgemäß Dehydrierung, also die Austrocknung des Körpers durch Wassermangel. Sie äußere sich zunächst vor allem in Schwindel und Blutdruckabfall. Eingeliefert würden aber nicht nur Senioren, die zu wenig getrunken haben, sondern auch Jüngere, die ihre plötzlichen Beschwerden nicht auf die Hitze zurückführten. Herz- und Kreislauferkrankungen seien auch an kühleren Tagen der zweithäufigste Grund für Klinikeinweisungen, betonte Moritz Quiske von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, insofern sei man vorbereitet. Dennoch werde in vielen Häusern etwas mehr Personal vorgehalten als sonst. Das sei wie bei Glatteiswarnungen, da stünden dann auch mehr Knochenbruchspezialisten auf Abruf. Bei Hausärzten und Pflegediensten hieß es, man verlagere vor allem die Aufmerksamkeit. Mit einer Notsituation, die ohne Zusatzpersonal nicht in den Griff zu bekommen wäre, rechne aber keiner. raw

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