Zeitung Heute : Singin’ in the Rain

Astrid Freitag macht schöne Regensachen

Maren Sauer

Wenn Astrid Freitag an den letzten Sommer zurückdenkt, gerät sie ins Schwärmen. „Absolut grandios war der“, sagt sie, und man sucht vergeblich nach einem ironischen Unterton in ihrer Stimme. Doch es gibt einen Grund für Astrid Freitags meteorologische Vorlieben: Sie ist Chefin des Labels Sato-Sato, das vorwiegend Mode und Accessoires für nasskalte Tage produziert: Regenjacken, Regenmäntel und -hüte. Doch diese Bezeichnungen gefallen der Designerin gar nicht: „Man ist in unseren Kleidern auch bei Regen schick angezogen.“

Mit herkömmlichen wasserabweisenden Windbreaker-Anoraks oder Öljacken haben ihre teils glänzenden und teils mattierten Lack-Modelle tatsächlich nur eines gemein: die Funktionalität. Sie trotzen feinem Nieselregen ebenso wie Wolkenbrüchen, wappnen beim Stadtbummel, auf dem Weg ins Büro, beim Gassigehen und bei Radtouren gegen klimatische Widrigkeiten und degradieren Schirme zu lässlichen Utensilien. „Das ist unseren Kundinnen natürlich auch wichtig“, sagt Astrid Freitag. Mehr noch schätzen sie aber die Kombination von Zweckmäßigkeit und modischen Ansprüchen. Drei Jackenmodelle, mit Knopf- oder Reißverschlüssen, sind derzeit erhältlich: ein längeres in A-Form und zwei hüftkurze, von denen eines gerade geschnitten und das andere tailliert ist.

Dazu kommen Mäntel in unterschiedlichen Längen und Schnitten bis hin zum klassischen Trench. „Rot-Orange-Kombinationen oder gesprenkelte Modelle sind momentan der Renner“, sagt Astrid Freitag. „Grundsätzlich stellen wir fest, dass bei unseren Kundinnen das Motto ,Je knalliger, desto besser’ gilt.“ Das kommt ihr schon deshalb sehr entgegen, weil ihr eigenes ästhetisches Empfinden ihr die Verarbeitung brauner Stoffe verbietet. Bei Schwarz sei die Gefahr sehr groß, in die Fetisch-Ecke abzurutschen.

Folglich verwendet sie derartige Unfarben fast ausschließlich bei den Futterstoffen oder als konstrastierende Elemente. Oder für Accessoires wie Taschen und Hüte, deren Auswahl stetig erweitert wird. Vor allem die Nachfrage nach regentauglichen Kopfbedeckungen übertrifft die Erwartungen der Designerin bei weitem: „Als ich die Firma 1985 gründete, dachte ich noch, dass zu jeder Regenjacke eine Kapuze gehört, doch da musste ich mich eines Besseren belehren lassen.“ Für Astrid Freitag ist das ein Indiz dafür, dass ihre Kreationen nicht nur bei Regen getragen werden.

Freitag Fashion, Rosenthaler Str. 40–41, Hackesche Höfe/Hof VIII (Mitte)

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