Zeitung Heute : Sinkendes Niveau

Was die Rentner von heute und die von morgen erwartet

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Jetzige Rentner: Die rund 19 Millionen Menschen, die derzeit Leistungen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, können sich im Vergleich zu den nachrückenden Generationen glücklich schätzen. Heute liegen die Rentenzahlungen bei 70 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, bis zum Jahr 2030 sollen sie mit der RiesterReform auf 67 Prozent sinken. In den kommenden Jahren drohen allerdings Nullrunden – oder Rentenerhöhungen im Umfang des Inflationsausgleichs. Wer jetzt kurz vor der Rente steht, wird allerdings auch nicht mehr länger arbeiten müssen. Die Rürup-Kommission zur Reform der Sozialsysteme schlägt vor, ab 2011 das gesetzliche Renteneintrittsalter über einen Zeitraum von 20 Jahren von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Für den Geburtsjahrgang 1946 würde die Regelaltersgrenze dann genau 65 Jahre und einen Monat betragen.

Mittlere Generation: Wer heute zwischen 35 und 50 Jahre alt ist, gehört zur so genannten „Sandwich-Generation“ – sozusagen eingequetscht zwischen den Jungen und den Älteren. Diese Personengruppe muss steigende Rentenbeiträge finanzieren, erhält aber im Gegenzug keine üppige gesetzliche Rente mehr. Außerdem muss diese Generation relativ mehr Geld für die private Vorsorge ausgeben als die Jungen, um die Lücken in der Alterssicherung zu schließen. Wer Jahrgang 1957 ist, müsste nach Rürup bis 66 arbeiten.

Die Jungen: Wer Jahrgang 1970 oder jünger ist, kann nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht mehr besonders viel von der gesetzlichen Rente erwarten. Denn während heute nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts zwei Arbeitnehmer die Altersbezüge für einen Rentner aufbringen müssen, wird es schon im Jahr 2030 statistisch ein halber Rentner mehr sein. Die heute 30-Jährigen erhalten nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft nur noch den Gegenwert ihrer Beiträge als Rente – also eine Rendite von Null. Dafür haben sie – mehr als die mittlere Generation – die Gelegenheit, zusätzlich ausreichend private Altersvorsorge zu betreiben. Voraussichtlich wird diese Generation länger arbeiten müssen. Wer 1969 oder später geboren ist, für den würde die neue Altersgrenze von 67 Jahren gelten.ce/lha

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