SKANDAL WEITET SICH AUS : Pferdefleisch aus Österreich in Russland

Prüfer der russischen Agraraufsichtsbehörde waren sich schnell sicher, als sie Mittwochabend an der Westgrenze einen Laster mit Fleisch aus der EU kontrollierten: In den Frankfurter Würstchen ist nicht das drin, was auf den Etiketten steht. Dort war von hundert Prozent Rindfleisch die Rede. Laboranalysen ergaben ein anderes Bild: Neben Pferde-DNA stießen die Prüfer auch auf Geflügelfleisch und Soja, wie die russische Wirtschaftsnachrichtenagentur Prime meldet. Gegen den Lieferanten – die österreichische Firma Landhof GesmbH & Co KG (Linz), die seit Jahren auf dem russischen Markt aktiv ist – verhängte Moskau, wie ein Sprecher die Agraraufsichtsbehörde mitteilte, gleich nach Bekanntwerden des Fundes einen Einfuhrstopp. Dieser gilt auch für die anderen Mitglieder der von Russland dominierten Zollunion: Kasachstan und Weißrussland. Russland forderte

zusätzliche Garantien. Anderenfalls könnte Moskau sich gezwungen sehen, alle Importe von Fleisch- und Wurstwaren aus Europa zu stoppen, „bis die Lage geklärt ist“. Moskau hatte, nachdem der Pferdefleischskandal Anfang Februar in der EU publik wurde, seine Einfuhrkontrollen drastisch verschärft. Experten warnen bereits vor

Versorgungsengpässen
. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag im letzten Jahr bei 30,8 kg Geflügelfleisch, 23,5 kg Schweinefleisch und 16,2 kg Rindfleisch. Das macht pro Nase stolze 70 Kilo.win

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