Zeitung Heute : SKATERFILM

Paranoid Park

Julian Hanich

Der Paranoid Park in Portland ist ein selbstgebauter Skater-Parcours. Mit eigener Hand haben Jugendliche dem trostlosen Beton der Großstadt eine Nische abgetrotzt. Auch Alex hängt hier gerne rum. Eines Tages wird er durch Zufall in ein Verbrechen verwickelt. Doch die Aufklärung dieser blutigen Tat steht nicht im Mittelpunkt der fragmentierten Erzählung. Regisseur Gus Van Sant nützt sie vielmehr als Anlass, um einen elegischen Blick auf ausdruckslose Teenager zu werfen, die sich in ihrem beschädigten Leben zurechtfinden müssen. Mit Kameramann Christopher Doyle kreiert er durch ausgedehnte Zeitlupenszenen und gleitende Steadycam-Aufnahmen einen Rhythmus, der den Zuschauer langsam in einen träumerischen Wachzustand wiegt. Dabei kommt er dem Experimentalfilm beinahe ebenso nahe wie dem Erzählkino. Beeindruckend. Julian Hanich

„Paranoid Park“, USA 2007, 85 Min., R: Gus Van Sant, D: Dan Liu, Gabe Nevins, Jake Miller

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