Zeitung Heute : Skoda: Mit dem Superb zurück in die Luxusklasse

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Die tschechische VW-Tochter Skoda strebt nach Höherem. Neben die kompakte Fabia-Familie und den in der Mittelklasse angesiedelten Octavia tritt künftig eine neue zum oberen Mittelklassesegment gehörende Baureihe - der Skoda Superb, der in der letzten Zeit als Studie mit dem Namen Montreux sogar schon erste stark beachtete öffentliche Auftritte hatte. Mit einer Länge von 4,80 Meter und einem Radstand von 2,80 Meter ist er ein respektables Fahrzeug, das auf einer Passat-Plattform mit verlängertem Radstand aufbaut, wie sie Volkswagen unter anderem in China einsetzt.

Unter der Superb-Motorhaube wird man als Spitzenaggregate leistungsstarke Sechszylinder finden. Das gilt gleichermaßen für Benziner und Diesel. So reicht die Palette der Ottomotoren vom Zweiliter mit 85 kW (115 PS) über den 1,8-Liter-Fünfventil-Turbo mit 110 kW (149 PS) bis zum 2,8-Liter-V6 mit einer Leistung von 142 kW (193 PS). Bei den Dieseln hat man die Wahl zwischen dem 1,9-Liter-TDI mit Pumpe-Düse-Hochdruckeinspritzung und 96 kW (130 PS) und dem 2,5-Liter-V6 mit einer Leistung von 114 kW (155 PS). Bislang hat Skoda allerdings noch keine Fahrleistungen genannt - doch sie dürften überzeugend ausfallen.

In seiner Optik gibt sich der große Skoda mit seiner klassischen Stufenheck-Karosserie elegant, zeitlos und ein wenig konservativ. Seine Front zeigt das inzwischen typische Skoda-Familiengesicht und das Heck zeigt Dynamik und Sportlichkeit und wirkt kraftvoll. Der lange Radstand schafft die Voraussetzungen für einen besonders großen Innenraum.

Wie schon der Name Octavia für die kompakte Mittelklasse, so lässt sich auch der Name Superb aus der früheren Skoda-Geschichte ableiten. Denn bereits 1934 gab es erstmals einen großen Skoda mit diesem Namen. Zwar hatte sich Skoda in den 30ern zielstrebig Fahrzeugen der kleineren Klassen zugewandt und feierte dort mit seinen Modellreihen Popular und Rapid große Erfolge. Doch parallel dazu gab man den Bau luxuriöser Autos, der für Skoda bereits 1925 mit der Lizenzfertigung des Hispano Suiza H6B begonnen hatte, nicht auf. Neben dieses Luxusauto traten verschiedene große Modelle der Marke Laurin & Klement aus Mlada Boleslav, die 1925 von Skoda erworben wurde.

Der erste 1934 vorgestellte Skoda 640 Superb mit 3,30 Meter Radstand hatte einen 2,5-Liter-Sechszylinder mit einer Leistung von 55 PS, der vom Aggregat des Trucks Skoda 206 abgeleitet war. Wie bei seinen kleineren Modellen, so setzte Skoda auch beim Superb auf einen Zentralrohr-Rahmen mit einzeln aufgehängten Rädern vorn und einer Pendelachse hinten. Der Superb hatte ein Viergang-Getriebe mit synchronisiertem 3. und 4. Gang und eine hydraulische Bremse und war bis zu 110 km/h schnell. Er wurde 1936 vom Superb II mit 2,7 Liter und 60 PS abgelöst, dem 1937 der Superb II 913 mit 2,9 Liter und 65 PS folgte und1938 der Superb OHV mit 3,1 Liter und 85 PS, der bis 1946 gebaut wurde. 1940 kam mit dem Superb 4000 mit 4,0-Liter und 96 PS der einzige Achtzylinder und 1942 die Militärversion Superb 3000. Und nach dem Krieg baute man von 1946 bis 1949 den Superb mit dem bewährten 3,1-Liter-OHV-Motor mit 85 PS - eine respektable Ahnenreihe, an die der neue Superb anknüpft.

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