Zeitung Heute : So blüht der Boden wieder auf

Dorothée Waechter[dpa]

Jede Pflanze braucht Erde zum Wachsen. Ihr Boden kann fein wie Staub oder aus dicken Fasern sein. Er kann braun sein oder schwarz wie die Nacht. Doch eines haben alle Böden gemein: Sie müssen die Pflanze ausreichend versorgen. Nicht immer gelingt das ohne Nachhilfe.

„Jede Pflanze hat andere Ansprüche an die Zusammensetzung des Bodens“, sagt Klaus Krohme, Gärtnermeister im Kreislehrgarten Steinfurt. So wüchsen etwa alpine Gewächse in einem anderen Boden als Rhododendron. Im Garten muss allerdings nicht für jede Pflanze ein eigener Boden her, beruhigt Krohme. Denn hier seien rund 90 Prozent der Fläche mit Ziergehölzen bepflanzt, die normale Ansprüche hätten.

Allerdings benötigen sie hier und da eine kleine Nährstoffdosis. Der Fachmann empfiehlt grundsätzlich einen hohen Humusgehalt im Garten. Durch kompostierte Gartenabfälle könne man ausreichend organisches Material zuführen, das Bodenleben anregen und eine lockere Struktur sowie eine gute Erwärmung des Bodens fördern. „Der Humusgehalt eines Bodens ist kein starrer Wert, denn das organische Material wird abgebaut“, sagt Krohme. Er empfiehlt, jedes Jahr 20 bis 30 Liter Kompost auf den Quadratmeter auszubringen. Das entspricht einer Schichtstärke von zwei bis drei Zentimetern pro Quadratmeter.

In Kübeln und Töpfen ist die Anforderung an den Boden größer. „Da das Volumen stark eingeschränkt ist, muss eine gute Blumenerde den Wurzeln möglichst lange optimale Bedingungen bieten“, sagt Hagen Knafla, Sachverständiger der Landwirtschaftskammer Nordrhein- Westfalen für das Sachgebiet Qualität von Erden und Substraten. Boden mit einer stabilen Struktur, vielen Luftporen und einer guten Speicherfähigkeit für Wasser fördere das Pflanzenwachstum. „Das Nährstoffniveau sollte ausgeglichen und an die Pflanze angepasst sein“, so der Gartenbauingenieur. Zu den wichtigen Inhaltsstoffen zählt Hochmoortorf. Ein hochwertiges Substrat enthält außerdem Dünger, Kalk und meistens Tonminerale. „Sie sorgen für ein optimales Milieu oder haben puffernde Eigenschaften für Wasser und Nährstoffe.“

Auch der normale Gartenboden müsse gelegentlich zusätzlich umsorgt werden, gerade wenn Pflanzen zweimal im Jahr Kraft für Blüten brauchen, sagt Klaus Krohme. Dies treffe etwa beim Rittersporn sowie bei dauerblühenden oder zweimal blühenden Rosen zu. Auch spontan könnten Pflanzen Nährstoffmangel bekommen, etwa wenn – wie Krohme prognostiziert – in diesem Jahr eine reiche Kernobsternte anstehe. Dann müssten gerade Apfel- und Birnbäume im Juni mit schnell verfügbarem Mineraldünger nachversorgt werden.

Zur regelmäßigen Pflege gehört das Kalken des Bodens alle zwei bis drei Jahre. Abdeckungen im Bereich von Baumscheiben und unter Sträuchern schützen vor dem Austrocknen. Krohme empfiehlt organisches Material wie Holzsubstrate, Kiefernrinde oder Piniendekorborke. „Sind die Gehölze mit Stauden unterpflanzt, verwendet man groben Kompost für die Zwischenräume.“ Dorothée Waechter, dpa

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