Zeitung Heute : So rückt man Tierhaaren auf den Pelz

Bürsten und Spezialsauger braucht man für Polster und Teppiche. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Bürsten und Spezialsauger braucht man für Polster und Teppiche. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Im Frühjahr und Herbst wird so mancher Hunde- oder Katzenbesitzer zum Putzteufel, denn die Tiere verlieren Haare durch den Fellwechsel. Die Fußböden können gar nicht oft genug gewischt, die Polstermöbel und Teppiche abgesaugt werden. Die Haarbüschel bleiben auch an der Kleidung und an Strümpfen hängen – und werden so durch die ganze Wohnung verteilt.

Die einfachste Gegenmaßnahme bei Tieren ist das tägliche Ausbürsten, erklärt Mareike Linsner, Inhaberin einer Hundeschule und -pension in Norderstedt bei Hamburg. So werde schon ein Großteil der Haare entfernt, die Hund oder Katze durch den Fellwechsel verlieren. Regelmäßige Fellpflege dämmt das Problem zwar ein, vermeiden lässt sich das Haaren aber nicht gänzlich. Tierbesitzer – und das gilt auch für Menschen, die selbst langes Haar haben – sollten daher schon beim Einrichten der Wohnung darauf achten, dass Haare leicht entfernt werden können: Auf glatten Böden saugen Staubsauger mit normaler Bodendüse die Büschel einfach weg.

„Schwieriger wird es auf Auslegeware und Teppichen. Dort verhaken und verfilzen sich Haare immer wieder miteinander und sind schwer zu entfernen“, sagt Sophia Gelderblom vom Institut für Bodensysteme an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Von Haushaltstricks aus dem Internet – wie dem Besprühen der Teppichfasern mit Weichspüler, damit die Haare leichter abgesaugt werden können – rät die Expertin ab. Die Reste des Weichspülers zögen nur noch mehr Schmutz an. Auch von einer Vorbehandlung mit einem Dampfreiniger hält sie wenig.

„Wer sich mit Haaren auf Teppichen plagt, sollte über die Anschaffung einer zusätzlichen Elektrobürste für den Staubsauger nachdenken“, rät Gelderblom stattdessen. In dem motorisierten Aufsatz befinde sich eine rotierende Bürstenwalze, die den Teppichflor öffnet und Haare besser aufnimmt. Eine Alternative sei eine Turbodüse, die vom Luftstrom angetrieben wird. „Gute Dienste leisten spezielle Tierhaardüsen mit zwei Mikrofaserstreifen am Saug- loch“, sagt Silvia Frank, Expertin im Netzwerk Haushalt in Karlsruhe. Diese Streifen heben die Haare durch Vor-und Rückwärtsbewegungen der Düse an, wodurch sie leichter in das Saugrohr gezogen werden. Zwischendurch – und gerade auf kleinen Flächen – könne man den Haaren auch mit einem Schrubber oder Gummibesen zu Leibe rücken. Das gehe manchmal schneller als mit dem Staubsauger, sagt Frank.

„Wenn das Absaugen von Polstermöbeln mit textilen Bezügen und Autositzen keinen Erfolg hat, kann eine Fusselrolle eingesetzt werden“, rät Hundetrainerin Linsner. Die Haare bleiben an ihren klebrigen Belägen haften. Einen weiteren, eher ungewöhnlichen Tipp hat Silvia Frank: Gummihandschuhe anziehen, diese leicht anfeuchten und damit über Sofa und Sessel fahren. So laden sich die Handschuhe elektrisch auf, wodurch die Haare haften bleiben. Auch Büschel in Polsterritzen ließen sich auf diese Weise gut erreichen.

„Tierhaare an der Kleidung sollten vor dem Waschen immer entfernt werden“, sagt Frank. Das schafften am besten Fusselroller oder ein Stück Paketband. Dieses wickele man mit der klebrigen Seite nach außen einmal um die Hand, die auf die haarige Stelle gelegt und mit einem Ruck wieder abgezogen wird. „Am effektivsten ist aber die Haarbeseitigung im Wäschetrockner“, sagt Frank. Durch die Bewegung in der Trommel und in dem kräftigen Luftstrom im Kaltluftprogramm lösten sich die meisten Haare und sammelten sich im Flusensieb. Die Wirkung lasse sich verstärken, wenn zu der Kleidung ein Mikrofasertuch oder eine alte Feinstrumpfhose in die Trommel gegeben werden, die die Haare ebenfalls annehmen. Stephanie Hoenig, dpa

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