Zeitung Heute : Sogar mit Vibrato

Der Tagesspiegel

Es gilt als gesichert, dass die Computer ungefähr gegen 2100 die Macht auf der Erde übernehmen und uns Menschen unterjochen werden. Dagegen ist wenig einzuwenden, außer: Warum erst so spät? Denn das bedeutet ja noch fast hundert Jahre Abstürze, Fehlermeldungen, Nervenzusammenbrüche, bis die Dinger sich endlich selbst bedienen können. Immerhin machen uns die Hersteller den gemeinsamen Weg mit den Maschinen immer leichter - von Sony gibt es jetzt einen Roboter, der laufen, tanzen, Menschen erkennen und eingespeicherte Songtexte sogar mit Vibrato wiedergeben kann. Damit er nicht mit Dieter Bohlen verwechselt wird, ist er nur 60 Zentimeter groß, doch das schränkt andererseits seine Verwendungsmöglichkeiten stark ein. Eine Karriere als absolut verlässlicher Parteikassierer käme in Betracht, und auch als geschlechtsneutralen sog. Walker für verlassene Prominente wie Sabine Christiansen und Uschi Glas würden wir das Kerlchen gern sehen - diskret, loyal, ohne eigene Ambitionen. Mehrere Sonys könnten die Eisschnelllauf-WM unter sich ausmachen, ohne ständig zu zanken, und sie wären jederzeit bereit, sich hinterher für Erotikfotos zu entkleiden, auch wenn diese nicht „anspruchsvoll“ (C.Pechstein) sein sollten. Sehr zeitgemäß wäre auch die Bereitschaft, sich öffentlich den Busen vergrößern zu lassen. Aber das kann wohl erst die nächste Computer-Generation.

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