SOMMERAUSSTELLUNGInternationale Bildhauer in Berlin : Wir kneten eine Beziehung

Das Haus am Waldsee hat sich für den Sommer die Jeunesse Dorée der Bildhauerzunft eingeladen. Was Michael Beutler, Jeppe Hein, Alicia Kwade, Katinka Pilscheur und die anderen fünf Künstler aus Licht, Wasser, Papier, Schrott oder alten Möbeln formen und im Haus am Waldsee in den schönen Garten stellen, geht weit über das hinaus, was man üblicherweise auf Sockeln oder Regalflächen platziert. Es sind Untersuchungen im urbanen und sozialen Raum, die nicht selten zum Lackmustest für den Künstler selbst werden. Inwieweit kann ein Bildhauer Neues ans Licht bringen und soziale Prozesse beeinflussen?

Jeppe Hein hat sich als kreativer Kunstspielgeräte-Erfinder einen Namen gemacht, seine listigen Wasserzäune, Achterbahn- Bänke und verspiegelten Irrgärten sind nicht nur Skulptur, sondern auch Verhaltenstherapie für blasiert-zugeknöpfte Großstädter. Auf seiner „Social Bench“ (Foto oben) ist Wegrücken keine Option, weil man den anderen eh nicht entkommt. Auch der in Japan geborene Reijiro Wada – in Berlin hat er einen Brunnen für die Marienburger S traße in Prenzlauer Berg gebaut – rückt die Natur und die Welt in ein neues Licht, indem er mit einer poetischen Intervention im See die langweilige Sicherheit über den Zustand der Dinge auflöst (Foto unten). Die Künstlerin Alicia Kwade findet, dass es schon genug Erfindungen gibt, man muss sie nur „finden und neu sortieren“. So hat sie es mit den 28 gefundenen, ganz unterschiedlichen Porzellanfiguren gemacht, die sie auf Sockeln arrangiert hat – merkwürdig aufeinandergestützt. So haben auch die sich etwas zu sagen. Birgit Rieger

Haus am Waldsee, bis So 26.8., Di-So 11-18 Uhr, 7/ erm. 5 €

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