SONGWRITERDybdahl, Johanson, Lanegan, Jeremiah : Wir können auch anders

So lange es Popmusik gibt, wird es auch das Berufsbild des Songwriters geben. Ein Mann und seine Gitarre (oder das Instrument seiner Wahl), das ist und bleibt eine ideale Projektionsfläche, die mit entsprechender Aufmerksamkeit des zahlenden Publikums belohnt wird. Kein Wunder, dass immer wieder neue Kandidaten an den Start gehen. Innerhalb von wenigen Tagen gibt es nun in Berlin die Gelegenheit, gleich vier herausragende Vertreter ihrer Zunft in ihrem natürlichen Habitat, der Konzertbühne, zu erleben: Thomas Dybdahl, Jay-Jay Johanson, Mark Lanegan und Jonathan Jeremiah (Foto von links unten, im Uhrzeigersinn).

Leider muss man sich am Samstag entscheiden, ob man lieber dem jazzigen, gern auch üppiger instrumentierten Folk-Pop des Norwegers Thomas Dybdahl verfällt oder dem überkandidelten Trip- Hop-Glam des Schweden Jay-Jay Johanson. Beide sind nicht nur erstklassige Songautoren, sondern auch als Sänger und Performer unverwechselbar. Das gilt erst recht für Mark Lanegan. Der 47-jährige Ami hat in namhaften Bands wie Screaming Trees oder Queens Of The Stone Age gespielt. Hört man indes, wie er auf seinem aktuellen Soloalbum „Blues Funeral“ mit zwerchfellerschütterndem Bariton spukige Elektro-Blues-Balladen intoniert, erkennt man seine wahre Bestimmung als Songwriter-Barde. Schließlich Jonathan Jeremiah, ein überaus talentierter Brite, der ganz unbescheiden Scott Walker als Vorbild nennt. Dessen einsame Größe als Crooner erreicht Jeremiah zwar noch nicht, ein Hoffnungsträger ist er allemal. Jörg Wunder

Dybdahl: Heimathafen Neukölln, Sa 17.3., 20.30 Uhr, 25 €; Johanson: HAU 1, Sa 17.3., 20 Uhr, 16,50 €; Lanegan: C-Club, So 18.3., 20 Uhr, 24 €; Jeremiah: C-Club, Di 20.3., 21 Uhr, 25 €

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