Zeitung Heute : Sonnige Gesichter am verkaufsoffenen Sonntag

Der Tagesspiegel

Berlin. Zum zweiten Mal in diesem Jahr war allen Berliner Geschäften gestern der Sonntagsverkauf von 12 bis 17 Uhr erlaubt – den Anlass bildete die Internationale Tourismus-Börse (ITB). Vor allem Einkaufszentren wie die Potsdamer-Platz-Arkaden, aber auch Warenhäuser der Kaufhof-Kette und Saturn-Elektronikmärkte nutzten die Ausnahmegenehmigung und profitierten auch vom schönen Wetter, das zehntausende Berliner zum Einkaufsbummel lockte. Die nächste große Sonderverkaufsaktion wird die „Lange Nacht des Shoppings“ sein, die am 6. April rund um den Kurfürstendamm, die Kant- und die Tauentzienstraße stattfindet. lädt aus diesem Anlass zu einer Podiumsdiskussion am kommenden Freitag, dem 22. März, ein.

Das Gespräch unter dem Titel „Endlose Debatte um den Ladenschluss – was hindert die Politik, endlich zu handeln?“ beginnt um 19.30 Uhr im Design-Center Stilwerk an der Kantstraße / Ecke Uhlandstraße. Zu den Podiumsgästen gehören Wirtschafts-Staatssekretär Volkmar Strauch, FDP-Landeschef Günter Rexrodt sowie der Sprecher der Werbegemeinschaft Europa-Center und Mitorganisator der Shopping-Nacht, Tommy Erbe. Die Moderation übernimmt Gerd Nowakowski, Leiter des Tagesspiegel-Ressorts Berlin-Brandenburg.

Im Berliner Einzelhandel zog man gestern eine positive Bilanz des verkaufsoffenen Sonntags. Als „Riesenerfolg“ wertete Jens Seemann, Geschäftsführer im Saturnmarkt in der Steglitzer Schloßstraße, die Aktion. „Wir haben seit 12 Uhr geöffnet, und der Zustrom ist bisher nicht abgerissen.“ Und das, obwohl der Saturn-Markt das einzige Geschäft war, das in der Schloßstraße geöffnet hatte. Ähnlich äußerte sich auch Semet Yolac vom Center-Management der Arkaden am Potsdamer Platz: „Das Wetter ist wunderschön. Die Arkaden sind ebenso voll mit Menschen wie der ganze Potsdamer Platz.“

Geschlossen blieben dagegen wieder einmal die Häuser des Karstadt–Konzerns, darunter auch das KaDeWe; dort lehnen die Betriebsräte die Sonntagsöffnungen regelmäßig ab.

Ein Problem gab es auch bei der „Langen Nacht des Shoppings“: Die Händler wollten sie ursprünglich wieder zur Umstellung der Uhren auf Sommerzeit ausrichten, was mit dem Osterwochenende zusammengefallen wäre; dagegen protestierte Pfarrerin Sylvia von Kekulé von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Schließlich verschoben die Organisatoren ihre Einkaufsnacht um eine Woche (wir berichteten). Etwa 300 Läden wollen bis Mitternacht verkaufen, erwartet werden mehr als 300 000 Besucher.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Wirtschaftsstadtrat Bernhard Skrodzki (FDP) hatte die Position der Kirche unterstützt und angekündigt, am Ostersonnabend keine Öffnungszeiten über 20 Uhr hinaus erlauben zu wollen. Seit Anfang 2001 sind die Bezirksämter für Sondererlaubnisse anlässlich von Straßenfesten und Jahrmärkten zuständig. CD / wie

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar