Zeitung Heute : Sophie Charlotte – erste Königin in Preußen

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Sophie Charlotte wurde 1668 als einzige Tochter von sieben Kindern des Herzogs Ernst August von BraunschweigLüneburg auf Schloß Iburg bei Osnabrück geboren. Mit blutjungen 13 Jahren begegnete sie zum ersten Mal dem späteren Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, der sie auch schon drei Jahre später in Herrenhausen bei Hannover zum Traualtar führte.

Besonders glücklich war die Ehe der beiden jedoch nicht. Zu unterschiedlich waren ihre Charaktere. Sophie Charlotte galt als kunstsinnig und geistvoll. Ihr Interesse für Philosophie, Musik und Gartenkunst war an den Höfen in ganz Europa berühmt. Genauso wie ihre rauschenden Feste auf Schloß Lietzenburg. Zu den Gästen zählte auch ihr Gemahl, der sich ansonsten lieber im Berliner Stadtschloß aufhielt.

Am 14.8.1688 gebar Sophie Charlotte den Thronfolger, den späteren Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I.. Ihrem kulturellen Engagement und ihrer Freundschaft mit dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibnitz ist die Gründung der Societät der Wissenschaften , der heutigen Akademie der Wissenschaften, 1700 zu verdanken.

Nach der spektakulären Selbstkrönung des brandenburgischen Kurfürsten zum König Friedrich I. in Preußen, erhielt Sophie Charlotte 1701 im Königsberger Schloß die Königinwürde. Eine Zeremonie, die die waschechte Intellektuelle zum Ärger ihres ambitionierten Gemahls allerdings eher belächelte.

Als die „philosophische Königin“ im Winter 1705 an den Folgen einer verschleppten Erkältung starb, erhob der trauernde König Sophie Charlotte zur Namensgeberin des Schlosses Lietzenburg und der neu gegründeten Stadt Charlottenburg. Ihre letzte Ruhe fand die strahlendste unter den preußischen Königinnen im Berliner Dom. nos

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