Zeitung Heute : Sortieren, portionieren, einfrieren

Die Fischer liefern täglich 400 Tonnen Hering

Der Heringsfang auf der kleinen Insel Sommarøya vor Tromsø hat eine lange Tradition, seit 1893 wird hier Hering gefangen und verarbeitet. Heute arbeitet auf dem Eiland eine kleine effiziente Fabrik mit knapp 40 Angestellten von „Norway Pelagic“, ein Unternehmen, das vor einiger Zeit aus verschiedenen Fischereibetrieben zusammengeschlossen wurde und Marktführer im Export von Hochseefischen wie Makrele, Hering und Kabeljau ist. Besonders die Qualität aus arktischen Gewässern ist bei den Kunden wegen ihrer Reinheit gefragt. Auf Sommarøya hat man den Betrieb neu organisiert. So habe sich in sieben Jahren eine effektive Heringsverarbeitung entwickelt, erzählt Unni Hansen.

„Am zweiten Januar hat die Heringssaison angefangen, aber man weiß nie, wie lange sie anhält“, erzählt sie. Im Durchschnitt verarbeitet die Fabrik 400 Tonnen pro Tag. Am Kai liegen die Trawler – einer hinter dem anderen – und warten darauf, dass sie entladen werden. Das geschieht mit einem dicken Schlauch, mit dessen Hilfe die Fische wie mit einem riesigen Staubsauger in die Eiswasserbecken der Fabrik gesaugt werden. Die Trawler fahren fünf bis acht Stunden zu den Fanggebieten, 24 Stunden sind sie pro Tour im Einsatz. Ein harter Job.

Die Fische werden automatisch der Größe nach sortiert, und in vier seperate Bahnen zur Weiterverarbeitung geschickt, eine davon ist für die automatische Filetierung reserviert. Nach dem Waschen werden die Fische in eine Form geleitet und für die Kartonverpackung portioniert. Anschließend werden sie vakuum verpackt und tiefgefroren. 400 Tonnen pro Tag: Das sind etwa 200 000 Mahlzeiten. Diese Fische gehen in der Regel nach Russland und in die Ukraine.

Der Fischfang im hohen Norden ist streng reglementiert, die Fangquoten sind international festgelegt und müssen eingehalten werden. Die norwegische Regierung hat ein großes Interesse daran, dass die Fischgründe nicht überfischt werden, um die Balance im Meer zu halten. Qualität, Nährwert und Frische der Fische werden vom „Norwegian Seafood Export Council“, der dem Fischereiministerium unterstellt ist, wissenschaftlich überwacht. R.B.

Weitere Informationen im Internet: www.norwegenfisch.de

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