Zeitung Heute : SOZIALDRAMA

Atmen.

Der Sozialarbeiter kann es nicht fassen. Ausgerechnet in einem Bestattungsunternehmen will der junge Häftling Roman Kogler (Thomas Schubert) arbeiten. Langsam findet sich der Freigänger in diese seltsame Arbeit ein und setzt sich über den täglichen Umgang mit dem Tod auch mit der eigenen Vergangenheit auseinander. In geduldiger Kleinarbeit und mit einem hohen Maß an Realismus entblättert der österreichische Schauspieler Karl Markovics („Die Fälscher“) in seinem Regiedebüt „Atmen“ die Seelenstruktur des 19-jährigen Häftlings. Im Vordergrund stehen Alltagsroutinen, von der Leibesvisitation im Gefängnis bis zum Verfrachten der Leichname, daraus entwickeln sich Bruchstellen. Durch die strenge Komposition und die sorgfältig dosierten Dialoge bewahrt sich der Film seine Aufmerksamkeit auch für minimale emotionale Veränderungen. Präzise. Martin Schwickert

A 2011, 98 Min., R: Karl Markovics, D: Thomas Schubert

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