Zeitung Heute : Soziale Leuchttürme

Zum neunten Mal wurde der Integrationspreis vergeben – vier Unternehmen wurden geehrt.

Prämiert. Für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist die Firma G-Elit mit dem Integrationspreis geehrt worden. Von links: Firmenchef Jörg Gühring, Sozialstaatssekretär Michael Büge (CDU), Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales und G-Elit-Werkleiter Mauricio Perez Vargas bei der Verleihung. Foto: Mike Wolff
Prämiert. Für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist die Firma G-Elit mit dem Integrationspreis geehrt worden. Von...

Das Großunternehmen G-Elit, das auch dank des Engagements der Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt international konkurrenzfähig ist; der mittelständische Betrieb Dewiback, der für seine Beschäftigten eine Atmosphäre schafft, in der Behinderungen keine Rolle spielen; der Inhaber des Café Klatsch, der nicht verpflichtet ist, Schwerbehinderte zu beschäftigen und es trotzdem seit Jahren tut; und die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), die für Studenten und Mitarbeiter ein barrierefreier Ort sein möchte: Das sind die Preisträger, die am vergangenen Montag im Roten Rathaus mit dem Integrationspreis prämiert wurden.

Es ist das neunte Mal, dass das Land Berlin Arbeitgeber auszeichnet, die Schwerbehinderte in vorbildlicher Weise beschäftigen und ausbilden. 45 Unternehmen hatten sich beworben, vier mehr als im Vorjahr. Der mit 20 000 Euro dotierte Hauptpreis ging an den Reinickendorfer Präzisionswerkzeughersteller G-Elit. Zwei Preise in Höhe von je 5000 Euro bekamen Dewiback in Spandau und das Eiscafé Klatsch in Friedrichshagen. Ein Sonderpreis ging an die HTW, die sich nach Ansicht der Jury besonders um die Beschäftigung schwerbehinderte Mitarbeiter verdient gemacht hat.

„Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ist und bleibt ein zentrales Anliegen des Senats“, sagte Mario Czaja (CDU), neuer Senator für Gesundheit und Soziales. Dafür werden Czaja zufolge 4,4 Millionen Euro im Rahmen der kürzlich gestarteten Bundesinitiative Inklusion in den kommenden Jahren in Berlin zusätzlich zur Verfügung stehen. Auch die Perspektiven älterer Arbeitnehmer müssten gestärkt werden.

Michael Büge (CDU), Staatssekretär für Soziales, der gemeinsam mit Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), die Preise übergab, nannte das Siegerunternehmen G-Elit einen „sozialen Leuchtturm im Wirtschaftssektor Berlins“ und hob die Nachhaltigkeit des Engagements hervor. Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, unterstrich in seiner Festrede die Bedeutung von Mitarbeitern mit Handicaps in Zeiten des Fachkräftemangels. Entscheidend werde die Frage sein: „Wie können wir Mitarbeiter länger halten, auch wenn sie krank werden?“

Für den Preis können sich private und öffentliche Unternehmen bewerben. Die Preise werden von einer Jury aus Vertretern der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, des Lageso, der Bundesagentur für Arbeit sowie von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden und dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen vergeben. kba

Die vier Prämierten stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar