Zeitung Heute : „Sozialliberale Optionen schaden nicht“

Foto: ddp
Foto: ddpFoto: ddp

Zumindest ist die FDP nun wieder auf einem guten Weg. Denn wer hätte uns vor wenigen Wochen noch so ein Ergebnis zugetraut? Insofern stärkt dieses Resultat die Liberalen auf allen Ebenen.

Worauf führen Sie den Erfolg zurück?

Natürlich ist es der guten Arbeit unserer Spitzenkandidatin Katja Suding zu verdanken, dass die FDP in Hamburg ein Ergebnis eingefahren hat wie in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr. Sie hat Themen in den Vordergrund gerückt, die man bisher nicht mit der FDP in Verbindung gebracht hat: frühkindliche Erziehung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und Bildung.

Welche Signale gehen von Hamburg aus Richtung Berlin?

Es war der erste Wahlkampf der FDP mit dem, was unser Generalsekretär Christian Lindner als mitfühlenden Liberalismus beschrieben hat. Auch eine Koalition mit der SPD haben wir nicht ausgeschlossen. Und das zeigt: Der FDP schadet es nicht, wenn sie eine sozialliberale Option ins Spiel bringt. Ihr schadet es mehr, wenn sie es nicht tut.

Das heißt, auch in den anderen Landesverbänden und im Bund mehr Koalitionen mit der SPD anstreben?

Es gibt Beispiele, die zeigen, dass es gut funktionieren kann. Siehe Rheinland- Pfalz über viele Jahre. Wir als FDP müssen jetzt erstmal zusehen, dass wir auch in anderen Bundesländern rechnerisch überhaupt in die Lage kommen, uns darüber Gedanken zu machen.

Welchen Fehler darf die FDP nach dem Wahlerfolg in Hamburg nicht machen?

Jetzt dürfen wir uns an diesem Erfolg nicht betrunken reden. Wir müssen den Weg fortsetzen, den wir seit dem Dreikönigstreffen im Januar eingeschlagen haben. Das heißt: Uns selbstbewusst in der Koalition für unsere Themen einsetzen. Wir werden nicht alles erreichen können, aber zumindest müssen wir darum kämpfen.

Hat es denn bei Guido Westerwelle schon ein Umdenken gegeben?

Die Diskussionen um ihn und seinen Kurs ist nicht spurlos an Guido Westerwelle vorbeigegangen. Die FDP und auch ihr Vorsitzender sind dabei, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Was richtet das Wahldesaster mit Ihrem Koalitionspartner im Bund, der CDU, an?

Es sollte der CDU wenigstens klar vor Augen führen, was passiert, wenn sie sich auf schwarz-grüne Träumereien einlässt. Das schadet der Union massiv. Gemeinsam müssen CDU und FDP ihren Weg nun fortsetzen.

Wolfgang Kubicki ist Fraktionsvorsitzender der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag. Mit ihm sprach Christian Tretbar.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben