Zeitung Heute : Space Wagon als Zweiliter

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Es verblüfft immer wieder. Da kreieren zahlreiche Hersteller neue Fahrzeugkonzepte, wie unter dem aktuellen Oberbegriff Crossover zum Beispiel die Kombination von Geländewagen und Kombi oder auch von beiden Konzepten mit einer komfortablen Limousine. Und wenn man dann einmal im schon länger verfügbaren Angebot umherblickt, dann entdeckt man plötzlich Autos, die das, was mit den neuen Konstruktionen eigentlich erst kommen soll, bereits seit längerem bieten. Aber da es von den Herstellern nicht ausdrücklich so angeboten wird, wird das vom Publikum nicht gemerkt und geht unter.

Ein Beispiel dafür ist die japanische Marke Mitsubishi, die an diesem Wochenende zum traditionellen Kirschblütenfest lädt und zu den Pionieren bei den Großraumlimousinen gehört. Schon 1983 - noch ein Jahr vor dem Erscheinen der Klassiker Renault Espace und Chrysler Voyager - stellte sie den hoch bauenden Sechssitzer Space Wagon vor, brachte 1991 mit dessen zweiter Generation auch den kompakten Space Runner, rundete die Space-Line 1995 mit dem großformatigen Space Gear und 1998 den extrem kompakten Space Star ab und bot damit eine der vielseitigsten "Raumfahrzeugflotten" auf dem europäischen Markt an. Aber offensichtlich ist es dem Mitsubishi-Marketing nicht gelungen, seine so vielseitige "Space-Line" in Europa ins rechte Licht zu rücken, blieben deren Verkaufszahlen verglichen mit den zum Teil herausragenden Erfolgen der erst später gekommenen Konkurrenz eher bescheiden.

Nach vielen Jahren im Schatten endlich ordentlich vom Markt angenommen wurde inzwischen der 4,60 Meter lange Space Wagon. Der ist als neues siebensitziges Einstiegsmodell nun auch mit einem Zweiliter-Triebwerk mit einer Leistung von 98 kW (133 PS) verfügbar. Der mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe kombinierte Vierzylinder, der bei 4500/min sein höchstes Drehmoment von 175 Nm liefert, beschleunigt binnen 12,0 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bis zu 180 km/h - bei einem Durchschnittsverbrauch von 9,5 l/100 km.

Das neue Einstiegsmodell bietet je nach Transportbedarf einen Laderaum zwischen 240 und 1930 Liter und erlaubt eine Zuladung von bis zu 646 Kilogramm. Es wird ausschließlich in der Ausstattung Cool angeboten, hat als Serienausstattung Front- und Seitenairbags, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Scheibenheber sowie elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Klimaanlage. Der Preis liegt bei 23 990 Euro und damit 1900 Euro unter dem Preis für das bislang günstigste Modell mit dem 2,4-Liter-GDI-Motor.

Ein zweites Beispiel für ein viel zu wenig wahrgenommenes Fahrzeug ist der Mitsubishi Pajero Sport. Bereits im Winter 1998 wurde der als dritte Variante der Pajero-Familie vorgestellt. Als freizeitorientierter Off-Roader mit besonders komfortabler Ausstattung - Klimaautomatik, separate Fondraum-Heizung, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Kotflügelverbreiterungen, getöntes Wärmeschutzglas, Privacy Glass, Chrompaket - und hohen Fahrleistungen, der in seiner aktuellen Variante mit einer Länge von 4,61 Meter und einer Höhe von knapp 1,74 Meter bei einem Radstand von knapp 2,73 Meter sowohl kürzer als auch flacher als der klassische Off-Roader Pajero ausfällt, hat er eher die Optik eines besonders robusten Kombis, dessen Hauptelement ausgebaute Straßen sind. Auf denen wird er normalerweise auch eingesetzt und deshalb ist sein Fahrwerk gezielt auf hohen Fahrkomfort abgestimmt - allerdings ohne dabei Abstriche bei den Geländequalitäten zu machen. Technisch setzt er auf eine Doppelquerlenkerachse und längs angeordnete Drehstabfedern vorn und eine an Längslenkern geführte Starrachse mit Schraubenfedern und Panhardstab hinten.

Unter der Motorhaube gibt es für den deutschen Markt nach Wegfall des bislang auch angebotenen Dreiliter-V6-Benziners künftig nur noch ein Triebwerk. Das ist der bewährte aber gründlich überarbeitete 2,5-Liter-Turbodiesel mit nun 85 kW (115 PS) - ein klassischer Wirbelkammermotor mit Zweiventiltechnik, der bereits bei 2000/min sein höchstes Drehmoment von 240 Nm liefert, den Pajero Sport bis zu 145 km/h schnell macht, durchschnittlich nur 10,5 l auf 100 km verbraucht und die Abgasnorm EU3 erfüllt.

Angetrieben werden bei Pajero Sport normalerweise die Hinterräder. Doch wann immer nötig, lässt sich problemlos der Allradantrieb aktivieren. Das geschieht dank des zuschaltbaren Allradsystems "Easy Select", das bis zu Geschwindigkeiten von 100 km während der Fahrt aktiviert werden kann.

Zu den besonderen Merkmalen des Pajero Sport gehören auch sein komfortables Interieur und der variable Innenraum. Denn zwischen einem komfortablen Fünfsitzer mit 500 Liter Kofferraum und einem einsitzigen Großraum-Transporter mit 1720 Liter Stauvolumen sind die verschiedensten Zwischengrößen verfügbar. Der Preis für den Pajero Sport liegt bei 30 670 Euro.

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