Zeitung Heute : Spaghetti alla tripanese

Von Renzo Pasolini

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Das ist eins meiner Lieblingsgerichte im Sommer. Da ist gar nicht viel dran – frische Tomaten, Basilikum, Knoblauch, Olivenöl und Spaghetti, ein einfaches lauwarmes Gericht für einen heißen Sommertag – aber ein Geschmack, das geht richtig ab!

Wichtig ist wieder, dass man gutes Olivenöl hat und schöne reife Tomaten. Die Tomaten würfelt man und nimmt dabei das Innere heraus. Häuten muss man sie nicht, wir brauchen ja Ballaststoffe. Den Knoblauch schneidet man ganz klein und gibt ihn mit dem Basilikum, in feinen Streifen, über die Tomaten, zusammen mit ein bisschen frischen Zwiebeln. Am besten nimmt man Schalotten, aber die müssen ganz, ganz fein sein. Wer Zwiebeln nicht so mag, kommt auch gut ohne aus. Und dann Salz dazu und gutes Olivenöl. Und das lässt man alles schön marinieren – das kann man ruhig einen Tag davor schon machen. Dann Spaghetti al dente kochen und abtropfen lassen und in eine Glasschale geben, die Sauce ’rüber und schön mischen. Ein bisschen Mozzarella kann man da drüber geben in Würfelchen, oder guten Pecorino, nicht ganz alten – mittelalten, der noch ein bisschen weicher ist, drüber reiben. Da kriege ich gleich Hunger.

Renzo Pasolini ist Chef im Cristallo in BerlinZehlendorf

…UND DER KOCHLÖFFELSTÄNDER DAZU

Das Manschen und Panschen gehört unbedingt dazu, erst das Manschen und Panschen macht das Kochen zum großen Vergnügen. Haben Sie den Film „Martha“ gesehen, die Geschichte einer erfolgreichen und unglücklichen Köchin? Wenn nicht, haben Sie nicht viel verpasst. Aber eine Szene, die ist hübsch. Als Martha, die selber immer alles perfekt organisiert und dekoriert und serviert, in ihre Küche kommt, in der ihr italienischer Kollege mit ihrer Nichte ein köstliches Gelage zubereitet hat: Chaos komplett. Und wer macht das weg?

Das ist der Nachteil vom Manschen und Panschen. Erdbeermarmelade und Tomatensauce sind besonders tückisch. Diesmal ist die Spaghettisauce bei Renzo Pasolini ja kalt, aber wenn man sie klassisch zubereitet, lange köcheln lässt und immer mal wieder rührt – wohin legt man dann den Löffel? Auf den Herd. Dann wieder rein in den Topf, raus auf den Herd. Am Ende ist die halbe Küche rot und klebrig. Und wenn man einen Teller zur Ablage umfunktioniert, steht der wieder nur im Weg.

Aber dann kam ein Genie daher und hat den Kochlöffelständer erfunden. Diese Erfinder sind die wahren Helden der Arbeit. Dem einen verdanken wir den Eierschneider (ein Berliner), dem anderen den Pappteller (ein Brandenburger) oder die Thermoskanne (ein Pankower, auch wenn die Engländer behaupten, es sei einer von ihnen gewesen). Nur den nötigen Ruhm ernten sie selten. Auch der Kochlöffelständer-Erfinder ist uns unbekannt. Aber seinen praktischen Ständer sieht man immer häufiger, in Metall oder aus weißem Porzellan. Zu kaufen gibt’s ihn zum Beispiel bei Coledampf’s dem Küchenladen in der Uhlandstraße 54/55, für 7,50 Euro. Dort kriegt man auch gleich die passenden Töpfe für die Sauce. kip

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