Spanien : Verfassungsgericht stoppt vorerst Referendum in Katalonien

Das spanische Verfassungsgericht hat das in Katalonien angesetzte Unabhängigkeitsreferendum vorerst untersagt. Die Madrider Richter entschieden am Montag einstimmig, die Verfassungsklage der Zentralregierung gegen die geplante Abstimmung zuzulassen.

Am Wochenende feierten viele Katalanen die Verkündung eines Referendums zur Unabhängigkeit.
Am Wochenende feierten viele Katalanen die Verkündung eines Referendums zur Unabhängigkeit.Foto: dpa

Das spanische Verfassungsgericht hat das in Katalonien angesetzte Unabhängigkeitsreferendum vorerst untersagt. Die Madrider Richter entschieden am Montag einstimmig, die Verfassungsklage der spanischen Zentralregierung gegen die geplante Abstimmung in der Region zuzulassen. Damit wurde das Referendum automatisch suspendiert. Die Regionalregierung in Barcelona hatte die Katalanen am 9. November darüber abstimmen lassen wollen, ob sie für eine Abspaltung Kataloniens von Spanien sind. Die Zentralregierung in Madrid unter Ministerpräsident Mariano Rajoy hält das Vorgehen für illegal. Katalonien ist etwa so groß wie Belgien und liegt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Frankreich. Die vergleichsweise wohlhabende Region hat eine eigene Sprache und Kultur und kämpft schon länger für mehr Rechte. Experten gehen davon aus, dass in Katalonien Neuwahlen ausgerufen werden,
wenn das Referendum gestoppt wird. Damit soll die Unabhängigkeitsbewegung gestärkt werden. Das Verfahren beim Verfassungsgericht könnte Jahre dauern. (dpa/Reuters)

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