Zeitung Heute : Spaniens Wirtschaft bricht ein Industrieproduktion geht seit acht Monaten zurück

Frankfurt am Main/Madrid - Die Industrieproduktion im krisengeplagten Spanien ist im April um 8,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr eingebrochen. Alle Industriesektoren hätten negative Zahlen vorgelegt, teilte das spanische Statistikamt am Mittwoch mit. Der April war der achte Monat in Folge, in dem die Industrieproduktion in Spanien zurückging.

Die Zahlen wurden zu einem Zeitpunkt präsentiert, da über mögliche Hilfen für Spanien aus dem Euro-Rettungsschirm spekuliert wird. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wird darüber verhandelt, Geld aus dem Rettungsschirm direkt an den spanischen Bankenrettungsfonds (Frob) zu zahlen. In Brüssel und Berlin wurde am Mittwoch allerdings bekräftigt, dass es milliardenschwere Direkthilfen für die spanischen Krisenbanken nicht geben könne. Auch Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte, es gebe keine konkreten Pläne, um Hilfe für die angeschlagenen Banken zu bitten. Zuvor wolle man die Berichte der Beratungsunternehmen Roland Berger und Oliver Wyman abwarten. Die Ergebnisse werden in den kommenden zehn bis 15 Tagen erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ ihren Leitzins trotz der fragilen Lage in Griechenland und Spanien bei einem Prozent. EZB-Chef Mario Draghi betonte, die Notenbank sei bis auf Weiteres nicht gewillt, mit neuen Krisenmaßnahmen den Druck von der Politik zu nehmen und die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Die USA und Großbritannien verlangten von Europa ein schnelles Vorgehen gegen die Ausbreitung der Schuldenkrise. US-Präsident Barack Obama und der britische Premier David Cameron seien sich einig, dass „ein sofortiger Plan zur Lösung der Krise und zur Wiederherstellung des Vertrauens an den Märkten“ notwendig sei, sagte ein Regierungssprecher in London. dapd/AFP/dpa/rtr

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