Zeitung Heute : Spannung mit Teenagern (TV-Kritik)

Tom Peuckert

ZDF. Im Lehrerzimmer: die lebensreife Direktorin, um sie herum ein paar ältliche Kollegen, veritable Paukergesichter. Aber da sitzen eben auch Ole, Thomas und Tatjana, der Nachwuchs, die Jungen, die noch was wollen vom Leben und ewig in leidenschaftliche Konflikte verwickelt sind. Der Pilotfilm des Dreiteilers aus dem Schulmilieu führt geradewegs in ein Chaos aus kriminellen Intrigen, Pubertätskonflikten und Liebeshändeln. Schon beeindruckend, wie dicht die Fäden geknüpft werden (Buch: Michael Baier/Regie: Michael Rowitz). Ein Polizist, der mit Drogen dealt, ein junges Biest aus großbürgerlichem Haus, ein Lehrer, der seine Schülerinnen erotisch fasziniert. Der Film zeigt Gespür besonders für die inneren Konflikte der Teenager, er zeigt spannende Mischungen aus Schuld und Unschuld, Gut und Böse, Naivität und Raffinesse. Ein kleines Meisterwerk gelingt Chiara Schoras als junger Vamp; sie will ihren Deutschlehrer verführen und löst fast eine Katastrophe aus. Wie sie in sublimen Brüchen das Nebeneinander enormer, frühreifer Kraft und kindlicher Seelenzartheit zeigt, das liegt weit über dem Durchschnitt der Serien-Schauspielkunst. Kein Problem, nach diesem Auftakt auf die Fortsetzungen neugierig zu sein.

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