Zeitung Heute : SPD-Fraktionschef will Kulturforum vollenden „Haus der Mitte“ soll nach Scharouns Plänen gebaut werden

Der Tagesspiegel

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Müller will die Vollendung des Kulturforums nach den ursprünglichen Plänen von Hans Scharoun. In ihnen war auf der heutigen Freifläche zwischen Kammermusiksaal und Neuer Nationalgalerie ein „Gästehaus“ vorgesehen, das in späteren Entwürfen als „Haus der Mitte“ firmierte. Seit Jahren ist die Planung blockiert, weil die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Bau, in dem unter anderem Musikerräume, ein Hotel und Gastronomie untergebracht werden sollen, für unrealistisch hält. Sie verwies immer wieder auf die Neubauten am Potsdamer Platz und neue Fußgängerströme. Anderseits gibt es einen Beschluss des Abgeordnetenhauses von 1999, das Kulturforum nach Scharouns Plänen endlich zu vollenden, doch die Parlamentsinitiative verlief nach dem Regierungswechsel im Sande.

Müller betonte, er wolle ein „Signal“ für den Bau setzen und die Diskussion wieder anstoßen. Die Baufachleute in der Fraktion wollten sich mit dem Thema beschäftigen, man werde auch Senator Peter Strieder (SPD) und Senatsbaudirektor Hans Stimmann fragen, welche Vorstellungen sie hätten. Der Fraktionsvorsitzende sagte, er sehe keinen Grund, weshalb das Bauwerk, dessen private Finanzierung zugesichert sei, nicht verwirklicht werden könnte. Wie berichtet, hatte der ehemalige Scharoun-Mitarbeiter und Architekt Edgar Wisniewski (Staatsbibliothek, Kammermusiksaal) immer wieder darauf hingewiesen, dass mit der Immobilienfirma HPE (früher Hanseatica) ein Partner zur Verfügung stehe.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilte am Dienstag mit, sie sehe keinen Handlungsbedarf. Das Konzept sei nicht zeitgemäß und gehe auch angesichts der Hotelkapazitäten am Bedarf vorbei. Was am Kulturforum fehle, sei einzig und allein ein gastronomisches Angebot. Von einer „dramatischen Baulücke“ dort könne aber keine Rede sein.C. v. L.

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