Zeitung Heute : SPD spekuliert über Plan B für Steinmeier

Berlin - Kurz vor der Bundestagswahl am morgigen Sonntag spekuliert die SPD über die politische Zukunft ihres Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Wie aus Parteikreisen verlautete, zieht Steinmeier eine Kandidatur für das Amt des SPD-Fraktionsvorsitzenden in Erwägung. Voraussetzung hierfür sei, dass die Wahl nicht mit einem Debakel für die Sozialdemokratie ende. Als solches würde ein Ergebnis deutlich unter 25 Prozent gewertet.

Liege die SPD klar über 25 Prozent, lande aber in der Opposition, werde Steinmeier bei der konstituierenden Sitzung der neuen SPD-Bundestagsfraktion am Dienstag antreten, hieß es weiter. Mit einem Gegenkandidaten brauche er dann nicht zu rechnen. Zugleich wurde gemutmaßt, Steinmeier könne beim Gang der SPD in die Opposition auch den Parteivorsitz für sich beanspruchen, um sich die Option einer neuerlichen Kanzlerkandidatur offenzuhalten. Bisher hatte SPD-Chef Franz Müntefering stets beteuert, auf dem Bundesparteitag der SPD Mitte November erneut kandidieren zu wollen.

Manche in der Sozialdemokratie rechnen selbst dann mit einer Bewerbung Steinmeiers für den Partei- und Fraktionsvorsitz, sollte es zu einer Neuauflage der großen Koalition kommen. Auf diese Weise könne Steinmeier seinen Führungsanspruch unter Beweis stellen. Vom rechten SPD-Flügel hieß es hingegen, es sei unwahrscheinlich und auch nicht ratsam, dass Steinmeier sein Amt als Bundesaußenminister abgebe, um an die Spitze der Fraktion zu wechseln. Zur Begründung wurde auf die traditionell hohen Beliebtheitswerte für den Außenminister verwiesen. Außerdem stehe Steinmeier im Auswärtigen Amt ein leistungsfähiger Apparat zur Verfügung. has

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