Zeitung Heute : SPIEL IM SPIEL

Die Libelle und das Nashorn.

Martin Schwarz
Foto: COIN FILM GMBH / MARTIN_VALENTIN

Fritzi Haberlandt spielt die junge Autorin Ada Hänselmann. Sie trifft in einem Dortmunder Hotel auf den gefeierten Filmstar Nino Winter (Mario Adorf). Die beiden kommen ins Gespräch und beschließen, sich auf ein Spiel einzulassen: Winter gibt einen Privatdetektiv mit hochgeschlagenem Mantelkragen. Auf den Straßen Dortmunds verfolgt er, angespornt durch Ada, einen mysteriösen Mann, auf den sich die abenteuerlichsten Geschichten projizieren lassen. Das interessante Problem an dieser Konstellation: Der Spielfilm an sich ist ja – wie der Name schon sagt – eine Art Spiel, ein unausgesprochener Vertrag zwischen Publikum und Kreativen, sich darauf einzulassen, einer ausgedachten Handlung vor allem emotional zu folgen. Wird dies durch ein „Spiel im Spiel“ überhöht, zielt diese Vereinbarung ins Leere, das Interesse des Zuschauers tendiert zunehmend gegen null. Denn es ist ja alles nur Fake. Ein Dreh zu viel. Martin Schwarz

D 2012, 83 Min., R: Lola Randl, D: Fritzi Haberlandt, Mario Adorf

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