Zeitung Heute : Spieluhr im Paket: Bombenalarm

Der Tagesspiegel

Die Unsicherheit unter den jüdischen Berlinern ist groß – so groß, dass auch in gewöhnlichen Postpaketen Bomben vermutet werden. Am Mittwoch wurde im jüdischen Seniorenwohnhaus an der Charlottenburger Dernburgstraße Bombenalarm ausgelöst. Die Sprengstoffexperten der alarmierten Polizei konnten aber am Ende nur bestätigen, dass sich das im Paket befand, was eine Bewohnerin der Wohnanlage per Post bestellt hatte: eine Spieluhr.

Bei der obligatorischen Durchleuchtung der Sendung waren die Heim-Mitarbeiter angesichts der Technik auf dem Schirm unsicher geworden. „In dem grauen Standard-Paket war aber nur die Spieluhr, die sich eine Dame per Versand bestellt hatte“, sagte ein Sprengstoffexperte der Polizei. Teile des Hauses waren zuvor zwischenzeitlich evakuiert, das Paket vorsichtshalber im Garten zwischengelagert worden. Die Polizisten, die die Straße für den Fahrzeugverkehr sperrten, mussten sich von entnervten Anliegern und Autofahrern einiges anhören.

Das Jeanette-Wolff-Wohnheim und das Leo-Baeck-Haus sind generell stark bewacht. Polizei und Sicherheitsdienste patroullieren, Videokameras protokollieren die Ereignisse auf dem Grundstück. Viele der Bewohnerinnen zeigten sich gestern von den aktuellen Vorkommnissen verunsichert. Andere wiederum freuten sich, dass im Alltag „mal wieder was los“ gewesen sei. kög

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