Zeitung Heute : SPORTDRAMA

Berlin ’36

Christina Tilmann

Die jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann wird von den Nationalsozialisten unter Drohungen gezwungen, für das deutsche Team bei den Olympischen Spielen anzutreten, weil sonst die USA boykottiert hätten. Sie schicken aber auch einen verkleideten Mann ins Rennen um die Qualifikation, der sicherstellen soll, dass auf keinen Fall eine Jüdin gewinnt. Kaspar Heidelbach hat diese wahre Geschichte von Gretel Bergmann und ihrer Konkurrentin Marie Ketteler unter großzügiger Uminterpretation der historischen Wahrheit zu einem Freundschaftsdrama versimpelt, mit jeder Menge Nazi- Kostüm und einer psychologischen Überdeutlichkeit, die keinen Fragen offenlässt. Am Ende sieht man kurz die heute 95-jährige Gretel Bergmann in New York. Dieser Moment bleibt länger in Erinnerung als der ganze Film. Verschenkt. Christina Tilmann

„Berlin 36“, D 2009, 100 Min., R: Kaspar Heidelbach, D: Karoline Herfurth, Axel Prahl

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