Zeitung Heute : Sprachinstitute unter der Lupe

Jeder dritte Teilnehmer zahlt seine Weiterbildung selbst. Gute Schulen bieten vorab einen Test an

Axel Gloger

Der neue Kollege aus England ruft an, das gegenseitige Vorstellen am Telefon gelingt. Aber dann tauchen die ersten Untiefen fremdsprachlichen Austauschs auf: „Moment bitte, da muss ich Sie weiter verbinden“ oder „Ich muss nachsehen, ob dieser Auftrag schon abgeschickt wurde“.

Solche kurzen Sätze auf Englisch zu sagen, fällt Ungeübten schwer. Zwar hat fast jeder in der Schule irgendwann Agatha Christie, Gedichte von Shakespeare oder George Orwells „1984“ gelesen – aber für Konversation und Fachsprache im Beruf reicht das nicht. „Schulkenntnisse sind grammatik- und pauklastig“, beschreibt Ursula Marinos von den Berlitz-Sprachschulen das Vorwissen ihrer Kursteilnehmer. Zwar wird Englisch oft richtig verstanden - aber aktives und spontanes Sprechen fallen schwer.

Deshalb will Englisch für den Beruf trainiert sein. Gute Institute setzen auf Anwendungswissen. Einen Überblick über die reiche Auswahl an Instituten, die Fremdsprachentrainings anbieten, liefert etwa der Deutsche Bildungsserver ( www.bildungsserver.de ), der diverse Web-Portale auflistet, Lernmaterial und Spiele zum Englischlernen auflistet, E-Journals und Onlinemagazine nennt und auch über Tests, Zertifikate, Kulturinstitute, Verbände, Lexika informiert. Die Volkshochschule Metzingen-Emstal liefert mit dem Internetauftritt www.vhs.de Adressen in der Region, auf der Internetseite www.languagecourse.net sind sogar Sonderangebote und unter www.sprachcaffe.de Last-Minute-Offerten für englische Sprachkurse aufgelistet. Auf der Website www.language-learning.net gibt es jede Menge Tipps zum Fremdsprachenlernen, das natürlich auch im Fernunterricht möglich ist ( www.fernunterricht-info.de ). Die Entscheidung für den richtigen Anbieter muss freilich jeder selbst treffen. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung ( www.die-bonn.de ) hat immerhin Qualitätskriterien mit einer Checkliste ins Internet gestellt, die die Auswahl des Mediums und auch des Instituts erleichtern.

Alle guten Schulen machen eine Einstufungs-Beratung: Sie ermitteln in einem Vorgespräch den Stand der Kenntnisse, dann wird ein Kurs mit dem passenden Sprachniveau ausgesucht. Für vertiefendes Lernen hat sich bei etwa bei den CDC in Köln eine Kursdauer ab vier Wochen bewährt – aber für Eilige und Zeitknappe gibt es auch zweiwöchige Kurse. Bei Berlitz sind bereits Kurse ab einer Woche im Angebot.

Wer Englisch für den Beruf lernt, wird oft vom Arbeitgeber unterstützt: „Etwa 70 Prozent der Teilnehmer bekommen die Kursgebühr von ihrer Firma bezahlt“, sagt der Anbieter Berlitz. Wer selber zahlen muss, sollte auf jeden Fall die Preise kennen. Eine Woche Englisch Crashkurs in einer Kleingruppe (4-5 Personen) kostet etwa bei Berlitz ( www.berlitz.de ) inklusive Mahlzeiten 820 Euro. Eine Woche Einzelunterricht in Dublin liegt bei 1940 Euro – plus Unterkunft in einer Gastfamilie für 200 Euro. Bei CDC ( www.cdc.de ) kostet ein Kleingruppen-Training (bis acht Personen) in Cambridge mit 25 Stunden die Woche 660 Euro, plus 235 Euro für die Unterkunft in einer Gastfamilie.

Vom 21. bis 23. November wird im Russischen Haus in der Friedrichstraße die 16. Internationale Messe für Sprachen und Kulturen, Expolingua, veranstaltet. Auf www.expolingua.com sind nützliche Links auf gelistet.

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