Zeitung Heute : Spreepark droht dem Land mit Insolvenz

Der Tagesspiegel

Treptow. Die diesjährige Saison in Berlins einzigem Vergnügungspark wird immer unwahrscheinlicher. Noch immer haben sich der Liegenschaftsfonds und der potenzielle Investor – der Stuttgarter Schausteller Rolf Schmidt – nicht über die Konditionen zur Übernahme des Spreeparks einigen können. „Die Verhandlungen sind in einer Sackgasse“, kommentiert der Bevollmächtigte der Spreepark GmbH & Co KG, Hans-Ludwig Trümper, die Gespräche. Der Rechtsanwalt sieht kaum eine Chance, dass sich die Beteiligten in der kommenden Woche noch einig werden. So sei dem Liegenschaftsfonds das von Schmidt vor Ostern unterbreitete Kaufangebot von 7,5 Millionen Euro zu gering.

Der Schausteller will damit das Grundstück und die verbliebenen Fahrgeschäfte erwerben sowie einen Teil der Schulden begleichen, die die bisherige Betreiberfamilie Witte hinterlassen hat. Pia Witte, die Gesellschafterin der Spreepark GmbH, setzte sich, wie berichtet, Anfang Januar mit ihrer Familie nach Peru ab. Trümper versucht jetzt, den Liegenschaftsfonds unter Druck zu setzen und droht mit der Insolvenz. Denn wenn es nächste Woche doch noch zu einer Einigung käme, könnte der Park noch im Mai öffnen.

„Es gibt nichts Neues“, sagt Sprecherin Irina Dähne. Sie betont, man versuche alles, damit sich so schnell wie möglich wieder das Riesenrad drehe. Berlin sollte daran interessiert sein, einen Konkursantrag abzuwenden. Denn laut gültigem Erbbaupachtvertrag zwischen dem Land und der Spreepark GmbH. wäre Berlin dann zu einer Entschädigung verpflichtet. Das bedeutet, die Spreepark GmbH müsste mit 50 Prozent vom Zeitwert des Vergnügungsparks entschädigt werden. Es handelt sich um einen Betrag in mehrstelliger Millionenhöhe. bey

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