Zeitung Heute : „Stachelschweine“ machen auch ohne Gruner weiter

Der Tagesspiegel

Zusammenrücken – das hilft ein wenig über die Trauer um einen lieben Menschen hinweg. So trafen sich gestern Nachmittag die Schauspieler und Techniker des Ensembles „Die Stachelschweine“, um sich gegenseitig dabei zu helfen, den Tod ihres „Patrons“ und Chefs Wolfgang Gruner zu verkraften. Der 75-jährige Kabarettist, der seit der Gründung 1949 dabei war, war in der Nacht zum Sonntag an einem Krebsleiden gestorben. „Als mich die Nachricht erreichte, zog es mir die Beine unter dem Boden weg“, sagt Dirk Bublies, Mitglied des Ensembles. „Wir wussten, dass er geschwächt war. Aber dass er so plötzlich sterben würde, hätten wir nicht gedacht.“ Am vergangenen Sonntag hatte Gruner noch seinen Lieblingsverein TB Berlin besucht und im Mommsenstadion das Spiel gegen Greifswald verfolgt.

Seinen letzten Auftritt hatte Gruner am 16. Dezember. Seither spielt Detlef Neuhaus durchgehend seinen Part. „Wir haben aber noch Sonnabend überlegt, wie wir Wolfgang trotz seiner Krankheit wieder einbinden können“, erinnert sich Bublies. Die Vorstellung heute Abend wird keineswegs abgesagt, versichern die Schauspieler. „Das hätte er nie gewollt.“ Die Mitglieder wollen das, was er ihnen als Ideen und Erfahrungen gegeben hat „ausbauen und weiterführen“, betonte die Geschäftsführerin Charlotte Reek. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit drückte seine Trauer aus: „Wir sind um ein unverwechselbares Original ärmer.“ Am Montag um 15 Uhr findet die öffentliche Trauerfeier in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz statt. tabu

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