Zeitung Heute : Stadtmenschen

Der Tagesspiegel

Was fernsehen für Blinde bedeutet, das sollten die Gäste im Atrium der Deutschen Bank am Montagabend bei der ersten Verleihung des deutschen Hörfilmpreises einmal selbst erleben. Der Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes, Jürgen Lubnau, zeigte ihnen einen vierminütigen Ausschnitt aus „Der talentierte Mr. Ripley" - ohne dass man die Bilder sehen konnte. Ebenso, wie Blinde einen Film wahrnehmen. Danach dasselbe noch einmal mit einer so genannten Audiodeskription: Akustischen Untertiteln vergleichbar beschreibt sie in knappen Worten zentrale Elemente der Handlung sowie Mimik, Gestik und Dekor. Mit dem ersten Hörfilmpreis sollen genau diese Hörfilme gewürdigt werden.

Pionierarbeit haben das ZDF und der Bayrische Rundfunk geleistet: Das Zweite hat bereits 1993 als erstes deutsches Fernsehprogramm einen Hörfilm ausgestrahlt, der Bayrische Rundfunk (BR) begann 1997 mit der kontinuierlichen Produktion eigenfinanzierter Hörfilme. Schirmherr Mario Adorf freute es besonders, „dass einige meiner Filme, wie „Die Blechtrommel“ als Hörfilme produziert wurden“. Adorf überreichte dem stellvertretenden Programmdirektor des ZDF, Hans Janke und Ulrike Leutheuser, Bereichsleiterin Wissenschaft, jeweils den Hörfilmpreis 2002. Bei der anschließenden Feier tauschten Moderatorin Sandra Maischberger, Verlegerin Friede Springer und Enie van de Meiklokjes ihr „Hörfilm-Empfinden“ aus. Schauspielerin Alexandra Kamp fand: „Das ist eine tolle Idee. Ich könnte mir durchaus vorstellen, mal als Kommentatorin für einen Hörfilm zu arbeiten.“ tabu

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