Zeitung Heute : Stadtmenschen

Der Tagesspiegel

Mit Sauce

„Weil’s ein Sauspaß ist“ sprach der GMD der Deutschen Oper Christian Thielemann und verschlang gekonnt einen weiteren Sate-Spieß mit viel Erdnusssoße. Gemeint war seine Teilnahme an der Benefiz-Gala zugunsten junger Sängerinnen und Sänger am Montagabend in der Mercedes-Welt am Salzufer. Zwölf der 27 Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs 2002, veranstaltet von der Kammeroper Schloss Rheinsberg, durften in Begleitung des Orchesters der DeutschenOper und seinem Dirigenten eine stimmgewaltige Probe ihres Könnens geben. Es sei ihm „eine Herzensangelegenheit“ erklärte Christian Thielemann zu Beginn. Das unvermeidliche Weißbier stand hinter der Bühne für ihn bereit. Ein Scheck in Höhe von 13 000 Euro zur Förderung der „Stars von morgen“ wartete auf den künstlerischen Leiter der Kammeroper, Siegfried Matthus. Sein Dank galt Intendant Udo Zimmermann und Walter Müller, Direktor der Mercedes-Benz Niederlassung. Zu den 300 Gästen zählte neben den Senatoren Klaus Böger und Ehrhart Körting auch der ehemalige US-Botschafter John Kornblum. yo

Unter Strom

„Atomkraftwerke – wozu denn? Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose.“ Über solche Witzeleien früherer Jahrzehnte konnen die Energiekonzerne heute nicht mehr lachen. Auch Strom braucht mittlerweile ein Image, um wirtschaftlich in erfreulicher Menge abgesetzt zu werden. „24 Kilowattstunden Berlin“ heißt daher die neue Imagekampagne der Bewag, die mit Anzeigen und Plakaten derzeit das Stadtbild prägt. Am gewichtigsten tut dies die Amerikanerin Amy Caddoe, die als Walküre für „2900 kWh Charakter“ wirbt. Ausgerechnet kurz vor einem Opernbesuch in London rief ihre Agentur „Ugly“(“Hässlich“) bei ihr an und holte sie zu den Bewag-Dreharbeiten nach Berlin, in den Saalbau Neukölln. Eine Echthaarperücke erwartete sie, mit ihr passte nur leider der Helm nicht mehr. Also wurden rasch einzelne Zöpfe besorgt und an den Helm geklebt. Germanisch, praktisch, gut. ac

Auf Mission

Gespannte Stille herrschte gestern in der „Bücherhöhle“ für Kinder im Virchow-Klinikum. Die Schauspielerin Katja Riemann las aus ihrem Kinderbuch „Der Name der Sonne“. Die Sonne ist krank - wie die Zuhörer, Patienten des Otto-Heubner-Centrums für Kinder- und Jugendmedizin der Charité. „Die Kinder, die zur Lesung geklommen sind, haben chronische Krankheiten und liegen schon lange im Krankenhaus, sind jedoch nicht ans Bett gefesselt“, sagt Gerhard Gaedicke, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie. Im Durchschnitt hielten sich Kinder allerding nur drei Tage in der Klinik auf, bis sie entlassen werden könnten. Wie gut, dass es für die kleinen Patienten die „Bücherhöhle“ gibt. „Bücher helfen heilen“, ist ihr Motto, denn Bücher können eine Weile von der Krankheit ablenken. Die Lesestube mit den fast 3000 Kinderbüchern feiert in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen. Sie wurde 1992 mit Untertützung der Kroschke-Stiftung eingerichtet. „Es bleibt unser Traum, dass die Bücherhöhle in unsere Regelfinanzierung aufgenommen wird“, schildert Gaedicke die Lage. „Sehr gemütlich“ findet Star-Gast Katja Riemann die „Bücherhöhle“. Sie ist passend zu ihrer Buch-Heldin Lila in einen lila-fliederfarbenen Hosenanzug gekleidet. Für Kinder engagiert sich die Schauspielerin international über das Kinderhilfswerk der Vereinigten Nationen Unicef. Die Lesung mit Katja Riemann war auf der Berlinale-Gala „Cinema for Peace“ am 11. Februar 2002 versteigert worden. Der Erlös der Auktion von insgesamt 100 000 Euro kam der Unicef-Aktion „Kinder in Krisengebieten“ zugute. ulg

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