Zeitung Heute : Stadtrecht für die Siedlung

Im kommenden Jahr feiert Charlottenburg sein 300-jähriges Bestehen. Die Hauptveranstaltung findet im Juni vor dem Schloss statt

Cay Dobberke

Charlottenburg feiert im kommenden Jahr sein 300-jähriges Bestehen: Im April 1705 hatte König Friedrich I. nach dem Tod seiner Frau Sophie Charlotte angeordnet, das Schloss Lietzenburg und eine kleine Siedlung nach ihr zu benennen. Außerdem verlieh er der Siedlung das Stadtrecht und setzte sich selber als ersten Bürgermeister ein. Das Bezirksamt und einige Partner planen nun ein umfangreiches Jubiläumsprogramm.

Die Hauptveranstaltung wird das Sommerfest „300 Jahre Charlottenburg“ sein. Es läuft vom 17. bis 19. Juni vor dem Schloss Charlottenburg sowie auf Teilen des Spandauer Damms und der Schloßstraße. Vor wenigen Tagen unterzeichneten Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) und Tommy Erbe, der Veranstalter der Langen Nacht des Shoppings, den Organisationsvertrag. Sein „Werbeteam Berlin“ hatte eine Ausschreibung gewonnen. Für Erbe lag es nahe, sich um die Ausrichtung des Festes zu bewerben: „Ich lebe ja seit 40 Jahren im Bezirk.“

Erstmals wird der Spandauer Damm für die Veranstaltung zwei Tage lang gesperrt. Ein 40-Meter-Riesenrad soll eine Aussicht über das ganze Schlossgelände und bis zum Olympiastadion bieten. Für Kunsthandwerker, Gastronomen und Institutionen sind rund 400 Verkaufs- und Informationsstände geplant. Dazu gibt es zwei Livebühnen und ein Feuerwerk.

Unter den Mitwirkenden bei der Feier sind die Deutsche Oper, die Universität der Künste, die Technische Universität und der Landessportbund. Auch mit verschiedenen Theaterbühnen, Vereinen, Schulen, Kirchen und soziokulturellen Einrichtungen ist eine Zusammenarbeit geplant; interessierte Anlieger und Firmen können sich beim Werbeteam Berlin melden (Telefon: 261 20 12).

Den Auftakt zum Jubiläumsjahr gibt es am 31. Dezember mit einem Turmblasen von den Rathäusern Charlottenburg und Schmargendorf. Bei den Feierlichkeiten wird auch das Jubiläum des Charlottenburger Rathauses gewürdigt, das 1905 auf Initiative der Bürger entstanden war.

Gesucht werden auch Mädchen oder Frauen, die den Namen Sophie Charlotte tragen und in Charlottenburg-Wilmersdorf geboren wurden oder wohnen. Die Namensträgerinnen werden zu einem Eröffnungskonzert im Schloss und im März zu einem Empfang im Rathaus eingeladen. Sie nehmen außerdem an einer Preisverlosung teil und bekommen die Möglichkeit, sich in einem Jubiläumsbuch des Bezirksamts vorstellen zu lassen. Sieben Teilnehmerinnen haben sich bereits gemeldet.

Gedichteschreiber sind aufgerufen, Glückwünsche an den Bezirk in Versform zu fassen. Die besten Einsendungen werden prämiert. Die Volkshochschule City West plant einen Fotowettbewerb „Mein Charlottenburg – gestern, heute und morgen.“ Der Heimatverein und das Heimatmuseum werden bei einigen Veranstaltungen über den Bezirk informieren. Bürgermeisterin Thiemen lädt ergänzend zu jeweils zweistündigen Kiezspaziergängen ein.

Auch Sponsoren sucht das Bezirksamt noch: Es sei „leider nicht möglich, das Jubiläum aus Steuermitteln zu finanzieren“. Außer finanzieller Hilfe sind auch Sachmittel wie Preise für geplante Wettbewerbe und Gewinnspiele, oder Stoffe für eine geplante Modeschau willkommen.

In der Deutschen Oper findet am 2. Januar im Rahmen einer Aufführung von „Manon Lescaut“ ein Gala-Abend zum Festjahr statt. Im Frühjahr stehen zwei Konzerte zu Ehren Sophie Charlottes bevor: eines für die Öffentlichkeit (am 3. April in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche) und eines für geladene Gäste (am 5. April im Schloss). Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten feiert vom 1. bis 3. Juli ein „Schlossgartenfest“. Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet ein Silvesterball im Rathaus Charlottenburg.

Nicht zuletzt erscheinen mehrere Publikationen. Bereits in diesem Monat sollen das vom Bezirksamt herausgegebene Jubiläumsbuch „300 Jahre Charlottenburg 1705-2005“ und der erste Band über „Kiezspaziergänge“ herauskommen. Dazu kommen ein Bildband mit Postkartenmotiven aus dem historischen Charlottenburg sowie Bücher über den Gartenbaumeister Erwin Barth und die Deutsche Oper.

Mehr zum Jubiläumsjahr im Internet:

www.charlottenburg-wilmersdorf.de

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