Zeitung Heute : Stand Wolf unter psychischem Druck?

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Potsdam.  Vor dem Potsdamer Landgericht wird am Mittwoch voraussichtlich das Urteil im Prozess gegen den früheren brandenburgischen Bauminister Jochen Wolf gesprochen. Der 60-Jährige muss sich seit Mitte Januar wegen versuchter Anstiftung zum Mord an seiner vierten Ehefrau Ursula verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre Haft, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Ihrer Ansicht nach gibt es keine Beweise, dass Wolf jemals den Auftrag zur Ermordung seiner Frau erteilte. Der Angeklagte hat in dem Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen.

Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Überzeugung von Wolfs Schuld unter anderem darauf, dass sich dieser bei einem Gespräch mit dem psychiatrischen Gutachter als „juristisch schuldig“ bekannt hatte.

Während die Staatsanwaltschaft keinen Anhaltspunkt für eine verminderte Schuldfähigkeit des einstigen Ministers sieht, appellierte Wolf-Anwalt Stefan Waldeck an die Kammer, davon im Falle eines Schuldspruchs auszugehen. Hintergrund sei der massive psychische Druck auf Wolf, nachdem die Scheidung von seiner Frau gescheitert war. Sollte das Gericht dieser Ansicht im Falle einer Verurteilung folgen, würden Wolf nicht wie bisher bis zu 15 Jahre Haft drohen, sondern nur eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 11 Jahren und 3 Monaten. dpa

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